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Unglücklich
«Super Mario Run» sorgt vor Erscheinen für Frust bei Fans

«Super Mario Run»: Nicht jeder Smartphone-Besitzer wird Zugriff auf das Spiel haben. Youtube/Nintendo

Experten trauen «Super Mario Run» zu, den Download-Rekord von Pokémon Go zu brechen. Doch ein Ärgernis trübt bei vielen Fans die Vorfreude auf das mobile Nintendo-Spiel.

Von Carolin Ludwig (BUSINESS INSIDER DEUTSCHLAND)
am 14.12.2016

Am 15. Dezember erscheint mit «Super Mario Run» endlich das erste Nintendo-Spiel für mobile Geräte. Und schon jetzt gilt als sicher, dass es ein Hit wird. Die Experten vom Statistik-Portal «Statista» glauben sogar, dass «Super Mario Run» im ersten Monat häufiger heruntergeladen wird als das Spiel «Pokémon Go», das im Sommer für einen grossen Hype sorgte.

Und trotzdem lässt die Aussicht auf das Spiel die Augen der Fans nicht nur vor Vorfreude strahlen. Ganz im Gegenteil: Viele Gelegenheitszocker sind sauer, weil das Spiel nur für iOS und nicht für Android erscheinen wird und sie somit leer ausgehen. Ob es jemals eine Android-Version geben wird, ist laut «Chip» fraglich.

Nur mit Internet

Und auch unter den iPhone-Besitzern, die das Spiel bald kaufen können, regt sich der Frust. Denn in einem Interview mit «Mashable» hat Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto angekündigt, dass man «Super Mario Run» nicht ohne Internetverbindung spielen kann.

Wer also im Ausland oder an Orten ohne Netz spielen wollte, also zum Beispiel in der U-Bahn, schaut in die Röhre. Auch wer kein Datenvolumen mehr hat oder dieses schonen will, kann sich nicht mit dem Smartphone-Game die Zeit vertreiben.

Natürlich ist es nicht neu, dass viele Spiele für Mobilgeräte nur dann funktionieren, wenn sie eine Verbindung mit dem Internet herstellen können. Ein prominentes Beispiel ist auch «Pokémon Go».

Aber diese Spiele benötigen die Internetverbindung in der Regel tatsächlich, weil aufgrund des Spielprinzips ständig Daten von den Servern geladen werden müssen. Bei «Super Mario Run» ist das aber eigentlich nicht der Fall. Denn bei dem Spiel rennt Mario ausschliesslich von links nach rechts und führt einen Sprung aus, wenn man auf den Bildschirm tippt.

9,99 Euro für die Vollversion

Der Online-Zwang dient hier einem anderen Zweck: Er soll Produkt-Piraterie verhindern. «Wir wollten das Spiel so anbieten, das die Software sicher bleibt», sagte Miyamoto daher in dem Interview mit «Mashable». Damit sich niemand illegal an dem Spiel vergreift, müssen die ehrlichen Spieler also einmal mehr einen klaren Nachteil hinnehmen.

Und sie werden sogar noch weiter geschröpft. Denn wer mehr als die kostenlose Demoversion von «Super Mario Run» spielen will, muss dafür 9,99 Euro hinlegen. Das ist ganz schön viel für einen Titel, dessen Spielprinzip es im App-Store schon mehrfach gibt – oft kostenlos.

Nintendo muss Skeptiker überzeugen

Nintendo muss die skeptischen Fans, die sonst nicht so viel Geld für ein Smartphone-Spiel ausgeben, also erst einmal davon überzeugen, dass die App diesen Preis auch wirklich wert ist.

Ob dem Konzern das gelingt, werden wir ab Donnerstag sehen. Dann kann auch jeder selber entscheiden, ob er bereit ist, die genannten Nachteile auf sich zu nehmen, nur um Super Mario bei seinem ersten Ausflug auf dem Smartphone begleiten zu können.

Dieser Artikel erschien zunächst bei Business Insider Deutschland unter dem Titel «Super Mario Run sorgt schon vor dem Erscheinen für Frust unter Fans».

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