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Ankündigung
Swatch sagt Apple mit Smartwatch den Kampf an

Nick Hayek: «Smartwatch in zwei bis drei Monaten».   Keystone

Nun kündigt Swatch-Chef Nick Hayek offiziell die Lancierung einer eigenen Smartwatch an. Sie soll in «zwei bis drei Monaten» auf den Markt kommen. Im April soll auch Apples iWatch in den Läden sein.

Von Gabriel Knupfer
am 05.02.2015

Jetzt wirds konkret: Nach Monaten der Spekulation und Gerüchte um die erste Computeruhr von Swatch hat Nick Hayek heute bestätigt: Die Swatch Group bringt in den nächsten zwei bis drei Monaten eine eigene Smartwatch auf den Markt. Das sagte der Chef des Schweizer Uhrengiganten der Agentur Bloomberg.

Demnach muss die neue Smartwatch von Swatch nicht aufgeladen werden. Ein grosser Vorteil gegenüber der Apple Watch, die nach diversen Medienberichten eine Akkulaufzeit von nur gerade rund 19 Stunden haben wird. Die smarte Swatch soll für mobile Kommunikation ausgerüstet sein und auch Zahlungsfunktionen enthalten, so Hayek. Als Betriebssysteme wurden Windows und Android ausgewählt.

Gerüchte seit Sommer 2014

Die Ankündigung von Hayek kommt nicht völlig überraschend. Bereits im vergangenen Sommer hatten die Bieler angekündigt, in den Markt der Fitness-Uhren einzusteigen. Dazu solle das elektronische Modell Swatch Touch ab dem kommenden Jahr mit Zusatzfunktionen für Sportler ausgestattet werden, so Hayek im Juli.

Schon damals standen Gerüchte über die baldige Lancierung einer Smartwatch durch den Smartphone-Riesen Apple im Raum. Diese wurde dann am traditionellen Keynote-Anlass im September vorgestellt, doch der geplante Verkaufsstart auf Anfang 2015 konnte schliesslich nicht eingehalten werden. Inzwischen erklärte Apple-Chef Tim Cook, Verkaufstart sei der kommende April.

Hayek war lange skeptisch

Am Körper zu tragende Computer, zu denen auch Smartwatches gehören, mit denen Nutzer auf ihr Mobiltelefon zugreifen, E-Mails checken oder ihre Fitness überwachen können, gelten als der nächste Technologieschritt und als potenzielle Bedrohung für die traditionelle Uhrenindustrie. Durchgesetzt haben sich die Smartwatches aber bislang nicht. In der Branche wird erwartet, dass die Einführung der Apple Watch zum eigentlichen Prüfstein für die Zukunftsfähigkeit des Konzepts werden wird.

Bei Swatch stand man dem Konzept der Smartwatch lange Zeit skeptisch gegenüber. Noch im März hatte Nick Hayek in einem Interview Kritik über die künftige Entwicklung bei den Smartwatches geäussert. Es sei unklar, welche Funktionen für eine intelligente Uhr sinnvoll wären. Als grosses Problem bezeichnete Hayek den Stromverbrauch. «Die Konsumenten wollen ihre Uhr nicht aufladen müssen – und noch ein Kabel mehr haben», sagte Hayek dem «Tages-Anzeiger».

Keine Angst vor Smartwatches

Bezüglich der Bedrohung der Schweizer-Uhrenindustrie hat sich Nick Hayek wiederholt gelassen geäussert. Das neue Produkt von Apple sei keine Gefahr, sondern eine Riesenchance. «Weil sie Menschen, die bislang keine Uhr tragen, vielleicht dazu bringen wird, sich etwas ans Handgelenk zu binden», sagte der Chef der grössten Schweizer Uhrenkonzerns unlängst.

Gleicher Meinung ist Jean-Claude Biver, Chef der Schweizer Uhrenmarken des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH. «Die Apple Watch wird uns eine neue Käuferschicht erliessen. Die Jungen tragen heute keine Uhren mehr», sagte Biver der «Aargauer Zeitung».

Namensstreit mit Apple um iWatch

Eine Zusammenarbeit mit Apple hat Nick Hayek im vergangenen Jahr immer wieder ausgeschlossen. Stattdessen versucht der Schweizer Uhrengigant die Marke iWatch von Apple rund um die Welt verbieten zu lassen. Zu ähnlich sei der Name zur eigenen Marke iSwatch. Die Präsentation einer eigenen Smartwatch in diesem Frühling, zeigt, dass Swatch den Kampf gegen Goliath Apple auf eine neue Ebene haben will.

Inzwischen scheint bei Swatch auch das Problem der Energieversorgung gelöst. Das Rennen bei den Smartwatches wird also in diesem Frühling noch spannender als bisher erwartet werden konnte. Ob der weltgrösste Uhrenhersteller aus der Schweiz oder der Technologieriese aus Cupertino schliesslich das Rennen macht, ist im Moment offen.

(mit Agenturmaterial)

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