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Technologie
Taxi-Konkurrent Uber will fliegende Autos bauen

Uber will das Flugzeug für die Stadt. Nicht eins oder zwei, sondern als Auto-Ersatz für die Masse. Das Unternehmen hat mal ausgerechnet, wie das ginge – und ist nicht mehr allein mit seinem Plan.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 28.10.2016

Uber ist für die Taxibranche, was Ryanair für die Luftfahrt war: Der ungeliebte Günstig-Konkurrent, der die gesamte Branche unter Druck setzt. Dem kalifornischen Startup genügt es allerdings nicht, mit Kampfpreisen Kunden abzuwerben, das Unternehmen investiert in die Mobilität der Zukunft. Und das heisst: Uber will Autos zum Fliegen bringen.

Über das «On-Demand-Flugzeug» für den Stadtverkehr hat Uber am Donnerstag ein 98-Seiten-Papier veröffentlicht. Wie dieses konkret aussehen würde, wird darin noch nicht ausgeführt. Bauen will Uber ein solches Vehikel vorerst noch nicht. Dennoch ist die Idee mehr als Phantasterei: Die Autoren nennen den Metropolen-Flieger ein «Kern-Ziel ihrer Mission». Sie schreiben:«Diese Vision ist ehrgeizig, aber wie glauben, dass sie innerhalb eines Jahrzehnts erreichbar ist».

Zeit und Geld sparen

Mit seiner Studie will Uber eine ernsthafte Diskussion anstossen. Sie kalkuliert die Wirtschaftlichkeit, den Genehmigungsprozess, geeignete Antriebs- und Flugformen für das «Vertikale Takoff- und Lande»-Flugzeug (VOTL). Sie kalkuliert, wie sich die Infrastruktur in Städten anpassen müsste, welche Sicherheitsstandards und welcher Lärmschutz notwendig wären.

Unter dem Strich zieht Uber zwei Versprechen aus der Idee: Zum einen sehen die Autoren in den Stadtflugzeugen eine Entlastung für überfüllte Strassen, die dennoch die Wahl einer individuellen Route erlaubt. Angesichts boomender Grossstädte, vor allem in Asien, ein wichtiges Argument. Zum anderen setzen sie darauf, dass die Maschinen für die Massen bezahlbar werden. Die Mini-Flieger, so die Autoren, könnten mittelfristig weniger kosten als ein eigenes Auto.

Konkurrenz mit Google um den Stadt-Flieger

Während Uber also noch dabei ist, den heutigen Taxi-Markt aufzurollen und dabei vor teilweise fragwürdigen Methoden nicht zurückschreckt, plant es die Mobilität der Zukunft. Dieses Thema verfolgt der Konzern mit Nachdruck – in Pittsburgh testen derzeit Autos mit Uber-Technologie autonomes Fahren.

Zugleich macht Travis Kalanick, Uber-Mitgründer und CEO, mit der spacigen Flugzeug-Idee Google Konkurrenz. Die Konzernmutter Alphabet hatte im Juni für 100 Millionen Dollar «Zee.Aero» übernommen, das an Kleinmaschinen für den Stadtverkehr baut.

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