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Telefon, Computer, TV und Kompass

 

Die neue Generation des Kulthandys kommt am 19. Juni in die Läden. Bisher sind in der Schweiz rund 410000 iPhones verkauft worden. Der Erfolg wird sich wiederholen, obwohl die Konkurrenz diesmal ni

Von Pascal Ihle
am 16.06.2009

Man darf von einem Wettlauf sprechen. Der Erfolg des vor einem Jahr in der Schweiz lancierten iPhone hat eingeschlagen wie eine Bombe und die übrigen Hersteller auf den Plan gerufen. Sie wollen jenen Coup verhindern, der Apple mit dem iPod gelungen ist. Das kalifornische Unternehmen hat jenen MP3-Player ins Leben gerufen, der alle anderen weitgehend verdrängt hat und seither den Markt der mobilen Musikwiedergabegeräte dominiert.

 

Ein Kulthandy erhält Konkurrenz

Das soll jetzt bei den Smartphones verhindert werden. Denn Apple hat mit dem iPhone bereits eindrückliche Marken gesetzt. Swisscom hat in der Schweiz rund 250000 Kulthandys verkauft, bei Orange dürften es laut Brancheninsidern rund 90000 sein. Hinzu kommen schätzungsweise 70000, die sonst noch gekauft oder importiert wurden. Das macht etwa 410000 iPhones in der Schweiz -eine eindrückliche Zahl.

Diesen fetten Kuchen wollen die Konkurrenten nicht alleine Apple überlassen. Deshalb haben HTC, Samsung, Nokia, Blackberry, Sony Ericsson, LG und selbst der einstige Pionier Palm in den letzten Monaten viel Geld und Zeit in ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen investiert und präsentieren in diesen Tagen ihre telefonierenden Minicomputer, die - zumindest auf dem Papier - dem iPhone alle ebenbürtig sind.

Ihnen gemeinsam ist zunächst der berührungsempfindliche Bildschirm. Ein grosses, hochauflösendes Display, auf dem sich Filme abspielen lassen, das zum Internetsurfen einlädt und über das sich direkt Befehle eingeben lassen, gehört mittlerweile zum Standard. Selbst Blackberry, Inbegriff des schnörkellosen Business-Phone, hat Modelle mit Touchscreen auf den Markt gebracht.

Einer der grossen Diskussionspunkte ist die Tastatur. Carsten Schloter, Chef des Telekomriesen Swisscom und bekennender iPhone-Fan, bekundet keine Mühe, auf dem Apple-Gerät ganze E-Mails und SMS zu schreiben. «Reine Gewöhnungssache», sagt er gegenüber der «Handelszeitung». Andere Manager dagegen bekunden Mühe mit der virtuellen Tastatur. Andreas Wetter, Chef des Telekomanbieters Orange, meint, er bevorzuge eine «komfortable und komplette Tastatur». Im Geschäftskundenbereich, namentlich bei mittleren und grösseren Unternehmen, haben Blackberry und die auf Windows Mobile basierenden Smartphones die Nase vorn.

Die Killerargumente des iPhone

Das Killerargument des iPhone ist die mittlerweile auf 50000 Programme angewachsene Apps-Sammlung, die sich problemlos aufs Gerät laden lässt und es in ein personalisiertes Gadget für alle Zwecke verwandelt. In die gleiche Kerbe hauen mittlerweile die Google-Handys mit dem Android-Market, Nokia mit dem Ovi- Store und Blackberry mit der App World. Denn nur durch Zusatzprogramme unterscheiden sich die nächsten Generationen von Smartphones.

Das Bahnbrechende am iPhone war, dass es ohne kryptische Bedienungsanleitung verkauft wurde, also rein auf die Intuition, auf die Einfach- und Schlichtheit setzte. Kommt ein geniales Marketing und das Design hinzu - und das Kultgerät war geboren.

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