Die Konkurrenz von Facebook, Twitter, Snapchat und Instagram hat es in China sehr leicht, weil die grossen sozialen Netzwerke in dem asiatischen Land verboten sind. Stattdessen können Nutzer in China auf ein eigenes Ökosystem an Messengern, sozialen Netzwerken und Kurznachrichtendiensten zurückgreifen. Diese Produkte sind in China äusserst populär, aber in anderen Ländern kaum bekannt.

Plattformen wie QQ, Qzone und allen voran WeChat haben hunderte von Millionen an Nutzern. Wie es bei Facebook auch der Fall ist, werden die Produkte auch in China von nur einem einzigen Unternehmen geleitet.

Chinas wertvollste Firma

Der Mutterkonzern Tencent ist Chinas grösste Firma, wenn man die Marktkapitalisierung betrachtet. Gemeinsam mit Alibaba, einem chinesischen Amazon-Klon, wechselt sich Tencent immer wieder mit dem Online-Shop um den Titel wertvollstes chinesisches Unternehmen ab.

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Das Unternehmen muss sich hinter dem weltweiten Marktführer Facebook nicht verstecken. Zwar hat Tencent die Milliarde-Nutzer-Marke noch nicht erreicht, doch bei den Umsätzen spielt das Unternehmen bereits in der ersten Liga: Tencent erwirtschaftete im ersten Halbjahr 15,7 Milliarden Dollar Umsatz (Facebook 17,4 Milliarden Dollar) und 4,8 Milliarden Dollar Gewinn (Facebook 7 Milliarden Dollar). Bis zum Jahr 2015 war es sogar so, dass Tencent profitabler als Facebook war.

Schwieriger Einstieg in Europa

Aus Investorensicht haben sich beide Unternehmen im letzten Jahr gut geschlagen. Tencents Aktie stieg seit August 2016 um 60 Prozent, Facebooks Aktie immerhin um 35 Prozent. Ob Tencent den Einstieg in den europäischen Markt schaffen wird, ist allerdings fraglich, da Facebook in diesem Markt einen soliden Stand hat.

Dieser Text erschien zuerst bei Business Insider Deutschland unter dem Titel: «Facebooks grösster Konkurrent wird immer mächtiger — hier kennt ihn kaum jemand».