Tesla ist zum begehrtesten Elektroauto der Welt geworden – auch in der Schweiz gehört die amerikanische Marke zu den meistverkauften Oberklasse-Limousinen. Zum Erfolgsgeheimnis gehört das Netz von Superchargern, an denen die Fahrer ihre Autobatterien innert kurzer Zeit laden können – kostenlos. Diesen Vorteil geniessen künftig nicht mehr alle Tesla-Fahrer: Käufer des Model 3 werden ihre Wagen nicht mehr auf unbegrenzte Zeit gratis mit Strom betanken können.

«Gratis laden an den Superchargern verursacht Kosten», sagte Tesla-Gründer Elon Musk am Dienstag an der Generalversammlung des Konzerns in Kalifornien. «Es ist naheliegend, dies von den Kosten des Model 3 zu trennen.» Das unbegrenzte Gratistanken werde Model-3-Käufern nur offen stehen, wenn sie ein entsprechendes Abonnement kauften, sagte Musk. Lange strecken mit dem Model 3 zu fahren bleibe aber in jedem Fall sehr günstig – viel günstiger als mit einem Benzinmotor, versprach er.

Lieber zu Hause laden

An den Superchargern können die Batterien innert einer halben Stunde fast voll geladen werden. Viele Tesla-Fahrer nutzen die effizienten Tankstellen offenbar oft aus Bequemlichkeit, obwohl sie andere Lademöglichkeiten haben. «Am besten ist es, wenn sie ihr Auto am gleichen Ort laden wie ihr Handy: zu Hause und am Arbeitsplatz», sagte Musk.

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Aktuell betreibt Tesla weltweit 632 Supercharger-Standorte, darunter fast ein Dutzend in der Schweiz. Das Netz will Tesla stark erweitern. Wenn die ersten Model 3 die Fabrik verlassen, wird diese Infrastruktur aber massiv belastet: Denn Tesla will zum Massenhersteller werden und Hundertausende Model 3 verkaufen. Über 350'000 Kunden haben das preisgünstige Elektroauto schon bestellt.

Diese Zahlen machen klar, wieso Musk den Zugang zu den Superchargern beschränken will: Lange Wartezeiten vor den Stromtankstellen und verärgerte Kunden wären Gift für den guten Ruf der Edelmarke.

mbü, auf Basis einer Meldung von Bloomberg