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Tim Cook: Retten Sie mit Apple Europa!

Milliardengewinne bei Apple, Milliardenschulden in Griechenland. (Bilder: Keystone/Montage: Handelszeitung Online)

Selbst Steve Jobs wäre auf seinen Nachfolger stolz: Der Computerkonzern Apple schreibt Milliardengewinne, von denen andere Unternehmen nur träumen können. Geld, mit dem sich das Imageproblem lösen, Gr

Von Volker Strohm
am 25.01.2012

Man mag den Computerkonzern aus Cupertino mögen - oder nicht. Fakt ist: Wer solche Zahlen vorlegt, verdient in der Wirtschaftswelt Respekt. Mit 46,3 Milliarden Dollar Umsatz hat Apple von Oktober bis Dezember einen Gewinn von 13,1 Milliarden Dollar eingefahren. Rekord!

Zum Nettogewinn von 13'064'000'000 Dollar hat bei Apple unter anderem der Verkauf von 5'200'000 Mac-Computern, 15'400'000 iPods, 15'430'000 iPads und sagenhaften 37'040'000 iPhones beigetragen. Innert 90 Tagen - wohlgemerkt.

Die Wirtschaftswelt wird seit jeher von Zahlen dominiert, doch die Relationen haben sich verschoben. Siebenstellige Werte vermögen heute keinen mehr zu beeindrucken - in der aktuellen Diskussion ist mindestens von Milliarden die Rede.

Genau diese Dimensionen lassen bei genauerer Betrachtung durchaus neue Kombinationsmöglichkeiten zu. Und genau hier setzt die Option an, die Tim Cook endgültig aus den Fussstapfen des Übervaters Steve Jobs treten liesse: 17'500'000'000 Dollar hat Cook allein an liquiden Mitteln - vulgo «Cash» - im vergangenen Quartal eingefahren.

Der angebissene Apfel und die vielen Nullen im Süden Europas

Zur Erinnerung: Europas Politik und Finanzwelt blickt derzeit mit Schweissperlen auf der Stirn nach Griechenland, wo im März Geld für die Refinanzierung von Schulden benötigt wird. 14'000'000'000 Euro ganz konkret - und rasch wird klar: Cook und mit ihm Apple ist ein heisser Kandidat auf die Rettung Europas. «Think different», Zeit für ein Revival von Apples legendärem Werbeslogan aus dem Jahr 1997.

Denn nicht nur die dringend benötigte Schuldenablösung wäre nach der gestrigen Meldung aus Cupertino grundsätzlich in trockenen Tüchern. Nein, auch die diskutierte nächste Hilfstranche für Griechenland - deren 130'000'000'000 Euro - erscheinen angesichts der mit, je nach Betrachtungsweise, rund 122'000'000'000 Dollar prall gefüllten «Kriegskasse» von Apple kein Ding der Unmöglichkeit.

Denn bis dahin werden Cooks Mannen ja noch tapfer weiter iMacs, iPads, iPods und iPhones verkaufen, über iTunes an externen Software-Entwicklern wacker mitverdienen - und notfalls liesse sich ja mit einem iPad 3 und einem iPhone 5 ein neuer Hype kreieren.

«iGreece» - zumindest in der Eurozone hätte Apple danach kein Imageproblem mehr.

 

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