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Top-3 wachsen weiter

 

HP, Acer und Apple führen die jüngste IDC-Statistik der PC-Lieferanten in der Schweiz an. Massiv an Boden verloren haben Dell, Lenovo und Asus. Besonders die Firmenkunden sparen und die Hersteller, di

Von Matthias Niklowitz
am 20.01.2010



HP, Acer und Apple haben 2009 in der Schweiz am meisten PCs und Notebooks («Clients») verkauft. Das geht aus der jüngsten, provisorischen Statistik der Marktforscher von IDC hervor. Diese Daten enthalten indes keine Umsatzzahlen. Deshalb dürfte Apple aufgrund der deutlich höheren durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs und Notebooks im «Weissbuch» des Branchenfachmanns Robert Weiss Anfang Februar als klare Nummer 2 – am Umsatz gemesssen – aufscheinen.

Die Top-3 hinsichtlich der Stückzahlen konnten ihre Marktanteile noch weiter ausbauen. Der Gesamtmarkt wuchs 2009 um 4,8% auf 1,743 Mio. Einheiten. HP kam auf einen Anteil von 35,8%, Acer verbuchte 17,2% und Apple 11,3%. Erst auf Platz vier kommt Dell mit 10,1% (im Vorjahr lag man noch knapp auf Platz 2), Lenovo verlor weiter an Boden und kommt jetzt noch auf 5,4%. Danach folgen Nischenplayer wie Toshiba mit 4,2%, Asus mit 3,2% und Medion mit 2%.



PC-Markt schrumpft, Notebooks boomen



Nicht zum ersten Mal schrumpft der Markt der Desktop-PCs. Die Marktforscher kommen auf ein Minus von 13,5% für den Gesamtmarkt. Dell büsste gleich 24,5% ein – hier rächt sich die Ausrichtung auf Büro-PC-Flotten von Firmenkunden. HP und Lenovo verloren ebenfalls. Apple, Acer und Asus hingegen verzeichneten Zuwächse zwischen 11 und 50% – ein Hinweis darauf, dass der Desktop-PC längst nicht tot ist.

Bei IDC fasst man Notebooks und Netbooks zusammen – unter die Rubrik «portable PC». HP, Acer und Apple kamen hier auf traumhafte Zuwachsraten zwischen 33 und 57%. Dell brach wie Asus trotz Boom in dieser Gerätekategorie um 30% ein. Die Top-3 kommen auf 65% Marktanteil. Bei den kleineren Anbietern ragte Toshiba mit einem Plus von 29% heraus.



Firmenkunden sparen



IDC unterscheidet zwischen dem Consumer und dem Firmenkunden-PC-Geschäft. Das Firmenkundengeschäft mit PCs brach gleich um 20% ein. Dell und Lenovo verloren von den grösseren Lieferanten mit 25,5% bzw. 21,3% überproportional an Boden, HP mit einem Minus von 18% leicht unter dem Marktdurchschnitt. Spürbar nachgelassen hat bei Dell auch die seit einem Jahr wenig erfolgreich aus Deutschland betriebene Öffentlichkeitsarbeit – bei Firmenkunden kann sich das als Bumerang erweisen, genauso wie ein gelegentlich zu forsches Auftreten der Lenovo-Agentur.

Auch bei diesen Computern zeigt sich, dass die mit Marktanteilen von 5% und 4,8% etwas kleineren Anbieter Acer und Apple kaum verloren – Firmenkunden sind nicht gleich Firmenkunden und die im «kreativen» Bereich oft verwendeten Apple-Modelle spürten die Krise offenbar weniger stark als andere.

Noch leicht wachsen konnte das Consumer-PC-Segment. Von den grösseren Anbietern verlor lediglich Dell hier mit einem Minus von 21,6%. HP, Apple und Acer gewannen zwischen 19 und 27% an Marktanteilen (immer gemessen an Stückzahlen).

Und auch bei Notebooks sparen viele Firmen. Hier schrumpfte der Gesamtmarkt um 10,6%. Bemerkenswerterweise legten HP und Acer mit knapp 9% und 5,7% mehr zu als Apple, wo man auf ein Plus von 3,6% kam. Lenovo mit einem Minus von 26% und Dell mit einem Einbruch von 45% sind hier die grossen Verlierer.

Wenn Notebooks gekauft wurden, dann im vergangenen Jahr von Privatkunden. Bei HP verdoppelte sich der Absatz glatt auf einen Marktanteil von 33% und auch Acer sowie Dell wuchsen mit 47% und 80% über dem Marktdurchschnitt (der bei 43% liegt). Asus und der Nischenplayer Medion verloren viel, Dell kam nur auf ein kleines Plus von 2,1%. Der ehemalige Trendsetter Sony hielt seine Nischenposition mit 3,5% Marktanteil. – Unmittelbar nach den IDC-Zahlen war keine der Firmen für eine Stellungnahme erreichbar. Branchensinsider sprechen beim Firmenkundengeschäft von einer dominierenden Marktposition von HP. Die ebenfalls hier aktiven Konkurrenten Dell und Lenovo stehen gegenwärtig stark unter Druck und Acer ist, entgegen dem selbst gestellten Anspruch, (noch) kein Firmenkundenanbieter.
 

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