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Zukunft
Tourismus 2.0: Virtual Reality statt Reisekatalog

Tourismus 2.0: Virtual Reality statt Reisekatalog
Virtual-Reality-Helm von Sony: Kein Ersatz für echte Erlebnisse.  Bloomberg

Mit dem Computer kann heute jeder die Welt bequem vom heimischen Sofa aus erkunden. Trotzdem muss die Tourismusindustrie nicht um ihre Kunden fürchten - wenn sie sechs Trends nicht verschläft.

Von Gabriel Knupfer
2015-03-14

Der Technologiesektor hat die Wirtschaft in den letzten 15 Jahren grundlegend verändert. Und dabei stehen viele Entwicklungen erst am Anfang. Für Analyst Sebastian Thomas von Allianz Global Investors steht die Industrie am Anfang eines neuen Innovationszyklus’.

«Technologie wird im kommenden Jahrzehnt allgegenwärtig und jenseits der IT deutlich stärkeren Einfluss auf nahezu jede Branche nehmen», so der Experte in einem neuen Marktkommentar. Besonders betroffen davon ist auch die Tourismusindustrie, die sich schon seit einigen Jahren im Umbruch befindet.

Echt schlägt virtuell

Um das Taj Mahal oder die Pyramiden von Gizeh zu sehen, braucht niemand mehr ein Flugzeug zu besteigen. Wer einen Computer hat, kann schon heute die Welt ganz bequem und gefahrlos vom heimischen Sofa aus erkunden. Ein paar Mausklicks genügen – und schon ist man am Ziel seiner Träume angelangt. Das allerdings die Menschen durch immer lebensechtere Möglichkeiten des virtuellen Tourismus ihre Reiselust verlieren, glaubt Zukunftsforscher Gerd Leonhard nicht.

Im Überfluss der digitalen Gesellschaft zähle nur das persönliche Erlebnis, so der Basler Futurist und Keynote-Sprecher. «Immer mehr Touristen fragen sich: Ist das was ich erleben möchte echt, ehrlich, und ist es etwas Einmaliges? Oder ist es ein beliebiges Angebot, das ich vielleicht auch virtuell simulieren kann?»

Für Gerd Leonhard ist klar, dass der Tourismus vor «goldenen Zeiten» steht. Trotz kürzerer Arbeitszeit nehme der Wohlstand weltweit zu. Entscheidend sei indes, dass die Branche die Möglichkeiten digitalen Marketings richtig ausschöpfe. Folgenden Trends muss die Tourismus-Industrie aus Sicht von Leonhard Rechnung tragen:

1. Revolution im Marketing

Die Organisation einer Reise wird künftig von Apps und digitalen Assistenten unterstützt. Personalisierte Ferien lassen sich schnell und einfach zusammenstellen. Destinationen können im Voraus virtuell bereist werden.

2. The joy of missing out

Offline zu sein wird immer mehr zum Luxus. Technologie-Müdigkeit ist eine riesige Chance für den Tourismus, weil die Menschen Natur, Stille und sogar Langeweile wiederentdecken wollen.

3. Teilen statt besitzen

AirBnB ist schon heute ein grosser Erfolg. Doch die sogenannte «Ökonomie des Teilens» wird gerade im Tourismus noch viel grösser werden. Car-Sharing und ähnliche Angebote sind erst der Anfang.

4. Nachhaltigkeit

Der Tourismus der Zukunft wird nicht mehr nach dem Motto «mehr ist mehr» funktionieren. Sanfter Tourismus zahlt sich langfristig aus. Wer den schnellen Gewinn sucht, zerstört auf längere Sicht sein eigenes Geschäft.

5. Siebzig ist das neue Fünfzig

Immer mehr Rentner haben Geld und Zeit die Welt zu bereisen. Zukünftige Angebote müssen den Wünschen der sogenannten «Silver Surfer» Rechnung tragen.

6. Rebel Chic

Unkonventionelle Ideen und rebellische Anbieter gewinnen. Bereits heute fühlen sich beispielsweise in Deutschland 45 Prozent der Menschen zu Marken mit einem rebellischen Image hingezogen. In anderen Ländern ist die Quote noch höher.

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