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Uber baut fliegende Taxis mit Hilfe der Nasa

Uber baut fliegende Taxis mit Hilfe der Nasa
Produktchef Jeff Holden: Ab 2020 fliegende Taxis in Los Angeles. Keystone

Fliegende Taxis in Los Angeles - diesen Plan will Uber bis 2020 umsetzen. Den Weg dafür ebnen soll eine Kooperation mit der Raumfahrtbehörde Nasa, die Uber neu bekannt gab.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
2017-11-08

Lange war keine erhabenere Institution denkbar als die Nasa. Mit der Mondlandung hatte sie Geschichte geschrieben, einen Menschheitstraum erfüllt. Man begegnete ihren Vertretern nicht mit Respekt, sondern mit Ehrfurcht.

Doch dann fassten einige Milliardäre den Plan, günstigere Raketen zu bauen. Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson heissen die Querulanten, die Raumfahrt zur Sache der Privatwirtschaft machten. Vor allem, seit US-Präsident Barack Obama 2010 eine erneute Mondmission gestrichen hatte.

Uber und Nasa bauen fliegende Taxis

Kein Wunder also, agiert die Nasa auch in anderen Bereichen. Die US-Raumfahrtbehörde kooperiert neu mit Uber, um fliegende Taxis in die US-amerikanischen Städte zu bringen. Das gab Uber-Produktchef Jeff Holden am Mittwoch auf dem Web Summit in Portugal bekannt.

Die Pläne für fliegende Taxis sind seit Herbst 2016 bekannt, als Uber ein Whitepaper in der Sache publizierte, wie handelzeitung.ch berichtet hatte. Im Frühjahr wurde das Unternehmen konkreter: Bis 2020 sollen Testflugzeuge in Dallas und Denver fliegen.

Ab 2020 in Los Angeles geplant

Jetzt kommt laut CPO Jeff Holden noch Los Angeles hinzu. Dort sollen die futuristischen elektrischen Senkrechtstarter von Uber ab 2020 Verbindungen zwischen vier Hubs in der Stadt anfliegen. Unter dem Namen «Uber Air» werde der Service lanciert, mit dem Kunden per Knopfdruck eines der Fluggeräte ordern könnten. In Los Angeles mache der Start besonders viel Sinn, weil die Stadt besonders unter Parkplatzmangel und Stau leide.

Bis dahin sind allerdings noch viele regulatorische Hürden zu überwinden, wie auch Holden zugesteht. «Gerade vor diesem Hintergrund macht die Kooperation mit der Nasa Sinn, um den Markteintritt möglichst bald zu schaffen.»

Geteilte Kosten

Auch beim geplanten Preis zeigt Uber Ehrgeiz: «Der Preis wird niedriger sein als die Kosten für das eigene Auto», sagt Holden. Einen genauen Rahmen nannte er nicht, aber es sei angedacht, dass mehrere Kunden mit dem gleichen Weg ein Vehikel teilten. «So teilen wir auch die Kosten.»

Uber ist dabei nicht der einzige Hersteller, der an fliegenden Autos bastelt. Airbus hat dafür ebenfalls Pläne. Google-Mitgründer Larry Page finanziert Projekte von Aerospace. Und in der Slowakei hat ein Start-up das «Aeromobil» zur Produktionsreife gebracht.

Die Initiative von Uber wird verstärkt in einer Zeit, in der das Unternehmen sich neu findet. Der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi hat eine neue Unternehmenskultur ausgerufen. Er will damit die Probleme mit Sexismus und grobschlächtigem Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz überwinden. Khosrowshahi sagte laut sda, Uber lasse jetzt die Zeit des «Wachsens um jeden Preis» hinter sich und wolle «verantwortungsvolles Wachstum» anstreben.

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