Das Turing ist nicht wie andere Smartphones. Das fängt schon beim Aussehen an: Knallige Farben und eckige Formen passen perfekt zum Hipster-Zeitgeist. Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, wie ein Start-up-Gründer in Berlin-Mitte einen Flat-White-Kaffee bestellt, während er mit der anderen Hand auf seinem Turing Phone herumtippt.  Dabei erklärt er dem Barista, dass sein neues Handy aus Flüssigmetall hergestellt sei, das widerstandsfähiger als Stahl und Titan ist. Das Turing verbiege sich also garantiert nicht beim Sitzen in engen Jeans. Das ist wichtig für den Hipster, denn diese trägt er natürlich besonders gern. 

Das Material, aus dem das Gehäuse hergestellt ist, wird vom Hersteller als «Flüssigmetall»-Legierung angepriesen und trägt den Markennamen «Liquidmorphium».  Es handelt sich laut Cnet dabei um eine amorphe Legierung aus Zirconium, Kupfer, Aluminium, Nickel und Silber, die besonders widerstandsfähig ist und dabei verhältnismäßig preiswert zu produzieren sein soll.  Die Experten der US-Webseite, die das Turing Phone bereits in der Hand hielten, schreiben, dass die Legierung sich wie Glas anfühle. Ist das Material poliert, spiegele es ein wenig.

Hauptsache anders

Das Smartphone mit 5,5-Zoll-Display wird von dem Unternehmen Turing Robotics Industries hergestellt. Geschäftsführer Syl Chao erklärt gegenüber der Fachpublikation «The Verge», dass sein Turing Phone für «Designer und modebewusste Individuen, die Elite» gedacht ist.

Hauptsache anders. Beim Turing Phone sucht der Hipster den Kopfhörer-Steckplatz vergebens. Denn Kopfhörer, die sich kabellos via Bluetooth verbinden, sehen sowieso viel schicker aus und sind im Lieferumfang enthalten.  Ebenfalls vergeblich sucht er beim Turing nach einem USB-Port. Während andere Android-Telefone per Mini-USB-Kabel mit Strom versorgt oder mit dem PC verbunden werden, hat das Turing einen einzigartigen Magnetanschluss. Keins der Kabel, die zu Hause herumliegen, wird hier passen. Auch das ist nicht gerade praktisch.

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Fokus auf Sicherheit

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Turing ist der Fokus auf Sicherheit. Darum ist es mit einem Fingerabdrucksensor ausgestattet, der den Eigentümer eindeutig identifiziert. Im Inneren sorgt ein Verschlüsselungschip dafür, dass kein Unbefugter den Masterplan für das nächste Start-up-Projekt ausspähen kann, wenn er an ein anderes Turing-Phone verschickt wird. 

Das Smartphone läuft mit einer modifizierten Version von Android 5.1 Lollipop. Eingebaut ist der Snapdragon-801-Prozessor von Qualcomm mit 2,5 Gigahertz – der ist nicht mehr ganz neu, aber immer noch stark genug für alle Anwendungen. Das Handy verfügt über drei Gigabyte (GB) DDR3-RAM sowie eine 13-Megapixel-Kamera.  Ein Plus des Turing Phone ist, dass es wasserdicht ist: Sollte der Hipster also nach dem ein oder anderen Bierchen am Pool ausrutschen und im Wasser landen, sein Smartphone stört das nicht.

Vorbestellungen ab 31. Juli

Ein bisschen muss sich der Hipster aber noch gedulden, bevor er mit dem Turing durch Mitte schlendern kann. Es kann ab dem 31. Juli vorbestellt werden, ein Auslieferungstermin ist allerdings noch nicht bekannt.  Das Turing Phone kommt mit verschiedenen Speicherkapazitäten auf den Markt: Die Version mit 16 GB kostet 610 Dollar, 64 GB 740 Dollar und das Turing mit 128 GB Speicherkapazität schlägt mit 870 Dollar zu Buche. 

Übrigens braucht sich der Hipster keine Sorgen zu machen, dass sein Turing Phone zur Massenware wird. In der ersten Produktionsphase werden nur 10'000 Geräte hergestellt.

Dieser Artikel erschien zunächst in der «Welt» unter dem Titel «Das unzerstörbare Handy aus Flüssigmetall».