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Warum Google 3 Milliarden Dollar an Apple zahlt

Google-Suche auf Mac-Computer: Wo Konkurrenten kooperieren. Pexels

Wenn es um ein gutes Geschäft geht, paktieren auch Rivalen: Google hat laut einem US-Anlysten eine stolze Summe an Apple überwiesen. Der Deal nutzt beiden Konzernen.

Von Matthias Olschewski («Business Insider Deutschland»)
am 16.08.2017

Apple verdient mit der iPhone-Reihe und den damit verbundenen Diensten viel Geld. Eine Einkommensquelle ist jedoch eher ungewöhnlich: Ganze drei Milliarden US-Dollar sollen Google an Apple überwiesen haben, schreibt ein Branchenkenner.

Der Analyst A.M. Sacconaghi Jr. des Investmenthauses Berstein will erfahren haben, dass Google eine grosse Summe überwiesen hat, berichtet der Nachrichtensender CNBC.

Dienste bringen Apple viele Einnahmen

Das würde erklären, warum die Dienstleistungssparte bei Apple der zweitgrösste Sektor ist — gleich nach dem iPhone. Apple Music, Apple Care, iTunes, der App Store und die anderen Dienste sind zwar beliebt, aber die Zahlung von Google dürfte einen wichtigen Teil zu dem erfolgreichen Ergebnis beigetragen haben.

Der Umsatz dieser Sparte lag bei etwa 7,4 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal dieses Jahres, im Vorjahreszeitraum lag Apple hier noch bei unter sechs Milliarden US-Dollar.

Google als Standardsuchmaschine auf iPad und iPhone


Offiziellen Dokumenten aus dem Jahr 2014, die bei einem Gerichtsverfahren publik wurden, betrug die Zahlung an Apple im Jahr 2014 lediglich eine Milliarde US-Dollar. Die jetzt angeblich gezahlten drei Milliarden US-Dollar wären für Apple nahezu Reingewinn, weil keine Ressourcen dafür aufgewendet werden mussten. Daraus ergebe sich laut Bernstein ein operativer Gewinn, der zu ungefähr fünf Prozent aus Googles Tasche stammt.

Google hat die Zahlung vorgenommen, um auf den iPhone- und iPad-Geräten als Standardsuchmaschine verwendet zu werden. Aus reiner Grossherzigkeit wurde die Zahlung also definitiv nicht vorgenommen, zumal Google und Apple regelmässig um den Thron als wertvollste Marke der Welt streiten.

50 Prozent der mobilen Anzeigen auf Apple-Geräten

Google bezieht einen Grossteil seiner Einnahmen aus unterschiedlichen Werbeformaten. Diese Übersteigen die Ausgaben an Apple um ein Vielfaches. Bedenkt man, dass etwa 50 Prozent der mobilen Werbeanzeigen auf Apple-Geräten ausgespielt wird, obwohl der Marktanteil mit fünf Prozent gegenüber dem Android-Markt extrem klein ist, so macht der Schritt von Google durchaus Sinn.

Das Unternehmen hat sich quasi beim Tech-Rivalen eingekauft, um mehr Anzeigen verkaufen zu können und sich diesen lukrativen Markt zu sichern. Apple scheint mit diesem Vorgehen zufrieden zu sein, denn schliesslich sind drei Milliarden US-Dollar auch für das wertvollste Unternehmen der Welt keine Peanuts. Zudem stört die Geschäftspraktik Googles das Geschäft von Apple so gut wie gar nicht, schliesslich macht Apple sein Geld vor allem mit dem Zugpferd iPhone und nicht mit Werbung.

Rivalitäten der Vergangenheit

Trotz einiger Rivalitäten in den vergangenen Jahren — wir erinnern uns zum Beispiel daran, als Apple sich entschied, Youtube als Standard-App zu entfernen und daran, als Apple Maps das beliebte Kartensystem Google Maps ersetzen sollte — scheinen sich die Unternehmen in den Fragen zur grundsätzlichen Zusammenarbeit einig zu sein.

Von dieser Win-Win-Situation profitieren nicht nur die beiden Unternehmen, sondern auch der Kunde hat den Vorteil, die beliebteste Suchmaschine als Standardversion auf den Mobilgeräten von Apple nutzen zu können.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Geheimer Deal: Deshalb zahlt Google 3 Milliarden US-Dollar an Apple».


 

 

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