Die Telecom Italia ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen milliardenschwerer Abschreibungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich sei für das Jahr 2011 ein Verlust von 4,73 Milliarden Euro aufgelaufen, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit.

Analysten hatten mit einem wesentlich geringeren Fehlbetrag gerechnet. Ausschlaggebend für das Minus waren Firmenwertabschreibungen im Zusammenhang mit Jahre zurückliegenden Geschäften mit Olivetti und der Mobilfunk-Tochter TIM. Diese bezifferte der Konzern in Summe auf 7,3 Milliarden Euro.

Ohne die Sonderbelastungen hätte der Konzern im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2,6 Milliarden Euro erzielt. 2010 stand bei Telecom Italia ein Überschuss von 3,1 Milliarden Euro in der Bilanz.

Das vergangene Jahr sei sehr schwierig für die Weltwirtschaft, aber insbesondere für Italien gewesen, sagte Chairman Franco Bernabe laut Mitteilung. Die Abschreibungen hätten keine finanziellen Auswirkungen und gefährdeten auch nicht die Pläne für den Schuldenabbau. Trotz des Gewinneinbruchs sollen die Aktionäre eine Dividende erhalten, wenn auch eine niedrigere als im Vorjahr. Je Stammaktie will der Konzern 4,3 Cent und je Sparaktie 5,4 Cent ausschütten.

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Operativ lief es für Italiens grösste Telefongesellschaft 2011 gut. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg wie bereits berichtet im Vergleich zum Vorjahr von 11,4 auf 12,3 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 8,7 Prozent auf 29,96 Milliarden Euro zu. Angekurbelt wurde das Wachstum von der Region Lateinamerika. In Brasilien gehört Telecom Italia der zweitgrösste Mobilfunker TIM, in Argentinien die zweitgrösste Telefongesellschaft Telecomo Argentina. Im laufenden Jahr sollen Umsatz und operatives Ergebnis stabil bleiben.

(muv/sda/awp)