Nach der Übernahme des Rivalen E-Plus sieht sich die neue Telefonica Deutschland weiter auf der Erfolgsspur. «Wir liegen überall voll im Plan», sagte Konzernchef Thorsten Dirks in einer Telefonkonferenz. Die Fusion wirke sich positiv auf die Betriebskosten und den Umsatz aus.

Nach einem operativen Ergebnisplus im ersten Quartal um 6,2 Prozent bekräftigte der Vorstand deshalb die Prognose für 2016, wonach das Betriebsergebnis im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen soll. Auch mit den grossen Projekten im Zuge des Zukaufes komme das unter der Marke «O2» bekannte Unternehmen gut voran. Bereits im laufenden, zweiten vollen Kalenderjahr nach der Übernahme wolle man über die Hälfte der nach insgesamt fünf Jahren geplanten Synergieeffekte von 800 Millionen Euro erreichen.

Aktie leicht unter Druck

Die Aktie geriet dennoch leicht unter Druck und verlor gut zwei Prozent. Analysten hatten sich beim operativen Ergebnis im ersten Quartal, das nach vorläufigen Zahlen auf 401 Millionen Euro stieg, etwas mehr versprochen. Der Umsatz sank um 2,3 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Dirks führte dies auf den leichten Rückgang der Mobilfunkumsätze und den sinkenden Verkauf von Geräten zurück. Zudem verbuchte das Festnetzgeschäft weniger Erlös, auch wenn erstmals seit fünf Jahren ein Zuwachs an DSL-Privatkunden erreicht wurde. Das mobile Datengeschäft wachse hingegen weiter stetig.

Fusionskosten

Unter dem Strich schlugen die Kosten für die Zusammenlegung der Geschäfte zu Buche: Netto weitete sich der Verlust von Telefonica Deutschland um 17 Prozent auf 170 Millionen Euro aus. Die mehrheitlich zum spanischen Branchenriesen Telefonica gehörende Firma übernahm im Oktober 2014 den Mobilfunkrivalen E-Plus für 8,6 Milliarden Euro und stieg damit nach Kunden zum grössten Mobilfunknetzbetreiber des Landes auf.

och vor den geplanten Einsparungen stehen Kosten, etwa für den Wegfall von 1600 Stellen. 800 Jobs baute Telefonica 2015 bereits ab, bis Mitte des Jahres sollen weitere 500 folgen. Eingedampft hat der Konzern auch sein Vertriebsnetz um 480 Shops, allein 300 Läden gingen an den Mobilfunkdienstleister Drillisch. Zudem übertrug Telefonica 7700 Mobilfunkstationen an die Deutsche Telekom, die in der eigenen Bilanz abgeschrieben werden müssen.

(reuters/chb)