Der Gewinn des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefonica ist im ersten Halbjahr eingebrochen: Netto verdiente der spanische Telekommunikationskonzern 2,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 34,4 Prozent, wie Telefónica mitteilte.

Nun zieht das Unternehmen die Notbremse: In diesem Jahr würden die Aktionäre keine Dividende erhalten und es würden auch keine eigenen Aktien zurückgekauft, hiess es.

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Zudem werden die Gesamtbezüge des Top-Managements um 30 und die der Verwaltungsräte um 20 Prozent gekürzt. Angesichts des extrem herausfordernden Umfelds sei der Verzicht auf Dividende und Aktienrückkauf als einmalige Massnahme im besten Interesse aller Anteilseigner, hiess es in einer Mitteilung.

Ursprünglich hatte Telefonica in diesem Jahr eine Dividende von 1,50 Euro zahlen wollen. 2013 sollte die Ausschüttung mindestens stabil gehalten werden. Nun werden für das kommende Jahr 75 Cent je Anteilschein ausgeschüttet, das aber verteilt auf zwei Termine.

Umsatzerwartung gesenkt

Die Umsatzerwartung für das laufenden Jahr nahm der Telekom-Riese leicht zurück: Die Erlöse dürften mindestens unverändert ausfallen, hiess es nun. Zuvor hatte Telefonica ein Wachstum von mehr als 1 Prozent angepeilt. Beim operativen Ergebnis bleibt es hingegen bei einem kleinen Rückgang der Marge. 2011 war diese um 2,1 Prozentpunkte gesunken.

Im zweiten Quartal sank das operative Ergebnis um 6,6 Prozent auf 5,35 Milliarden Euro. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten nur mit 5,28 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz legte um 0,1 Prozent auf 15,47 Milliarden Euro zu und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen von Experten.

Nettoschulden steigen

In Spanien, wo inzwischen jeder vierte ohne Job ist, rauschte der Umsatz hingegen um 13 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro in die Tiefe. Das Ergebnis sackte um 14 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro ab. Alleine im Mai verlor Telefonica in seinem Heimatland mehr als 204'000 Mobilfunk-Verträge.

Die Nettoschulden kletterten derweil von 56,3 Milliarden Euro Ende Dezember auf 58,3 Milliarden Euro Ende Juni. Telefonica hatte in den letzten zwei Jahrzehnten für 42 Milliarden US-Dollar in Lateinamerika eingekauft, wo die Märkte noch nicht so gesättigt sind wie in Spanien und anderswo in Europa. Dort stieg der Umsatz im zweiten Quartal denn auch um 5,8 Prozent, während das Ergebnis um 0,7 Prozent zulegte.

(tno/awp)