Telefónica will nach eigenen Angaben bestimmte Dienste ins Ausland verlagern und seine Produktivität erhöhen. Diesen Plänen soll rund ein Fünftel der derzeit 30‘000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Lohnerhöhungen sollten sich künftig nicht so sehr nach der Inflation richten, sondern nach den wirtschaftlichen Erträgen.

Das Unternehmen begründet die Pläne damit, dass der Umsatz der Gruppe im Stammland Spanien 2009 um 5,9 Prozent und 2010 um 4,4 Prozent zurückgegangen sei. Grund: Immer mehr Kunden schnallen den Gürtel enger und wechseln zu billigen Anbietern.

Der spanische Telecom-Konzern geht davon aus, dass sich die Lage im gebeutelten Spanien noch verschärfen wird. Er will darum die Flaute dort und allgemein in Europa mit verstärktem Wachstum in Lateinamerika ausgleichen, vor allem in Brasilien. Dort setzt Telefónica darauf, dass das lukrative Geschäft mit Smartphones und der Ausbau des mobilen Datennetzes Geld in die Kassen spült.

Die spanische Regierung betonte, angesichts einer Arbeitslosenquote von über 20 Prozent sei dies kein günstiger Moment, Belegschaften drastisch zu reduzieren. Arbeitsminister Valeriano Gómez forderte das Unternehmen auf, seine Pläne mit den Gewerkschaften abzusprechen. Telefónica ist nach Börsenwert das grösste Unternehmen in Spanien.

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(cms/rcv/sda)