Der Bankensoftwareanbieter Temenos hat im ersten Quartal 2015 deutlich weniger Umsatz erzielt als in der entsprechend Vorjahresperiode und auch beim Gewinn einen Rückgang verzeichnet. Die Prognosen hat das Unternehmen damit auf der ganzen Linie verfehlt. Das Management sieht aber eine Verbesserung des Marktumfelds und spricht von einem starken Start ins zweite Quartal. Aus diesem Grund wird auch an der Guidance für das Gesamtjahr vom vergangenen Februar festgehalten.

Schwache Leistung bei Lizenzen

Der Non-IFRS-Umsatz ging um 5 Prozent auf 104,3 Millionen US-Dollar zurück. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) wäre dieser allerdings konstant geblieben. Die Lizenzeinnahmen sanken dabei um 18 Prozent auf 25,9 Millionen US-Dollar (kWk -15 Prozent), wie das Unternehmen mitteilt. Die Performance im ersten Quartal im Bereich Lizenzen sei schwach gewesen, hiess es. Dafür hätten die Bereiche Software-as-a-Service und Maintenance zugelegt.

«Die Performance mit Software-Lizenzeinnahmen ist im ersten Quartal schwach ausgefallen», sagte CEO David Arnott anlässlich einer Telefonkonferenz. Die Restrukturierungsmassnahmen, welche nach dem vierten Quartal eingeleitet worden seien, hätten sich noch nicht vollständig in den Resultaten des ersten Quartals niedergeschlagen. Bei den Kunden sei überdies eine Zurückhaltung spürbar gewesen, neue Verträge zu unterzeichnen, fügte er an.

Analysten-Prognosen klar verfehlt...

Entsprechend reduzierte sich auch der operative Gewinn auf Stufe EBIT mit einem Minus von 17 Prozent (kWk -19 Prozent) auf 16,4 Millionen US-Dollar deutlich, wobei die Ebit-Marge um 230 Basispunkte auf 15,8 Prozent zurückfiel. Der Gewinn je Aktie minderte sich um 11 Prozent auf 0,18 US-Dollar.

Mit den Zahlen hat Temenos die Vorgaben der Analysten klar verfehlt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 111,7 Millionen USD, für den Lizenzumsatz bei 29,2 Millionen und für den Ebit bei 20,5 Millionen.

Dennoch zeigte sich Arnott optimistisch für den weiteren Geschäftsverlauf. «Ich bin sehr zuversichtlich hinsichtlich unserer Guidance für das Gesamtjahr», erklärte er. In der Mitteilung zum Quartalsergebnis hatte Temenos die bisherige Prognose für 2015 bestätigt, wenngleich die heute genannten Zahlen minim von den im Februar genannten abweichen.

... Guidance dennoch bestätigt

Für das Gesamtjahr erwartet das Management ein Wachstum des Non-IFRS-Umsatzes zwischen 18 und 23 Prozent, was einen Umsatz zwischen 526 und 548 Millionen USD ergäbe. Dabei sollen die Lizenzeinnahmen um 36 Prozent bis 41 Prozent zunehmen und auf 192 bis 199 Millionen US-Dollar zu liegen kommen. Weiter peilt das Unternehmen einen Non-IFRS-Ebit von 150 bis 156 Millionen US-Dollar an.

Der CEO verwies dabei auf einen starken Start ins zweite Quartal. «Das Marktumfeld beginnt endlich sich zu verbessern», meinte er. Eine Verbesserung stellt Arnott dabei im für Temenos weiterhin wichtigen Markt Europa fest. Überdies zeige sich der Umsatz bei der bereits installierten Basis als widerstandsfähig. Positiv sei zudem, dass kein bestehender Kunde an die Konkurrenz verloren worden sei.

Finanzchef Max Chuard ergänzte im Zusammenhang mit dem Ausblick, dass Temenos bereits über die Visibilität für 75 Prozent des Gesamtjahresumsatzes verfüge.

Den Fokus will Arnott im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres weiterhin auf eine strikte Kostenkontrolle richten. Die Verbesserung der Margen im Service-Geschäft verlaufe überdies nach Plan.

(awp/chb)