Temenos ist im dritten Quartal 2015 stark gewachsen und hat dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Bankensoftwarespezialist profitiert vom kürzlich vermeldeten Grossauftrag der skandinavischen Bank Nordea und sieht über alle geographischen Regionen hinweg starkes Wachstumsmomentum. Die Mitte September mit Bekanntwerden des Nordea-Auftrags erhöhte Guidance für das Gesamtjahr 2015 dürfte Temenos erreichen.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz (Non-IFRS-Rechnung) um 31 Prozent auf 148,9 Millionen US-Dollar, während die Lizenzeinnahmen gar um 87 Prozent auf 61,9 Millionen zulegten, wie Temenos mitteilte. In Lokalwährungen wuchsen der Umsatz um 38 Prozent und die Lizenzeinnahmen um 95 Prozent. Auf Like-for-Like-Basis und somit ohne Übernahmen beliefen sich die Wachstumsraten auf +19 Prozent respektive +44 Prozent.

Stark gesteigerte Marge

Das Betriebsergebnis Ebit wurde von Temenos ebenfalls deutlich, und zwar um 73 Prozent auf 43,6 Millionen US-Dollar verbessert. Daraus ergibt sich eine Marge von 29,3 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorjahr. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn pro Aktie (non-IFRS) von 0,49 Dollar (Vorjahr 0,28 US-Dollar).

Mit den vorgelegten Zahlen hat Temenos die Markterwartungen deutlich übertroffen. Von AWP befragte Analysten hatten im Vorfeld im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 139,9 Millionen, Lizenzeinnahmen von 42,4 Millionen und einem bereinigten Ebit von 39,1 Millionen US-Dollar gerechnet.

«Herausragendes Quartal»

«Das dritte Quartal 2015 war für Temenos ein herausragendes», erklärte CEO David Arnott an einer Telefonkonferenz. Temenos profitiere von einem starken Wachstumsmomentum über alle geographischen Regionen und alle Marktsegmente hinweg. Dabei habe vor allem der grosse Auftrag der skandinavischen Bank Nordea die Umsatz- und Ergebnisentwicklung beschleunigt.

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Temenos hatte den Deal mit Nordea im September an Land gezogen. In den kommenden Jahren will Nordea die Software-Plattform von Temenos implementieren und damit verschiedene alte Systeme ersetzen. Der Auftrag habe auch andere Institute hellhörig, die nun an Temenos herantreten und ähnliche Lösungen für ihre Bank in Betracht ziehen, so Arnott weiter.

Temenos wuchs nicht nur dank den Lizenzeinnahmen, sondern steigerte auch die Erträge aus dem Geschäft mit Maintenance- und Service-Dienstleistungen. Erster nahmen im dritten Quartal um 4 Prozent auf 59,3 Millionen Franken zu, wobei in Lokalwährungen gar ein Wachstum von 10 Prozent erreicht worden ist. Die Service-Erträge wuchsen in Franken um 17 Prozent auf 27,6 Millionen und in Lokalwährungen um 25 Prozent. Die Marge im Service-Geschäft steigerte Temenos um eindrückliche 470 Basispunkte auf 5,8 Prozent.

Guidance bestätigt

Auch der Start ins vierte Quartal sei geglückt, so der CEO weiter. Vor diesem Hintergrund ist Arnott zuversichtlich, dass die Guidance für das Gesamtjahr 2015 auch erreicht wird. Seit Bekanntwerden des Nordea-Auftrags rechnet Temenos mit einem Umsatz in der Grössenordnung von 536 Millionen US-Dollar bis 553 Millionen, was gegenüber 2014 einem Wachstum von 20,5 Prozent bis 24,5 Prozent entspricht. Die Ebit-Guidance (non-IFRS) bleibt bei 153 Millionen bis 158 Millionen US-Dollar, mit einer entsprechenden Marge von 28,5 Prozent.

Zudem hätten sich die Visibilität für das Geschäft im kommenden Jahr und die mittelfristige Entwicklung deutlich verbessert. David Arnott bestätigte die mittelfristige Wachstumsprognose zum Umsatz von 10 Prozent pro Jahr. Man werde auch in Zukunft grössere Deals an Land ziehen. Derzeit sei man daran, grössere Aufträge auszuhandeln. Allerdings seien die nicht ganz so gross wie jener von Nordea.

Grosse Erwartungen setzt der CEO auf die gute Entwicklung an den asiatischen Finanzmärkten und der dort wachsenden Bankbranche. In Asien-Pazifik sei Temenos derzeit «sehr gut» unterwegs und 2015 dürfte das Geschäft in dieser Region wachsen. Aber etwa auch vom Ausbau in den USA verspricht sich Arnott in Zukunft viel.

(awp/chb)