In der japanischen Regierung gibt es einem Medienbericht zufolge Bestrebungen, den Betreiber des Unglücks-AKW Fukushima aufzuspalten und teilweise zu verstaatlichen.

Nach dem Vorschlag von einflussreichen Regierungsvertretern solle das Stromnetz von Tokyo Electric Power (Tepco) verkauft und die Atomsparte unter staatliche Kontrolle gebracht werden, schrieb die Zeitung "Mainichi" am Sonntag unter Berufung auf mit dem Vorhaben vertraute Personen.

Stromgeschäft würde um drei viertel gekappt

Damit würde Asiens grösster Stromversorger massiv zusammengestutzt. Tepco blieben nur noch Wärme- und Wasserkraftwerke. Die Vermögenswerte im Stromgeschäft würden um fast 75 Prozent auf umgerechnet rund 17 Milliarden Franken von derzeit noch rund 74 Milliarden gekappt.

Der Vorschlag werde bislang vertraulich behandelt, weil sich die Regierung derzeit auf Finanzhilfen konzentriert, um die Anleger zu beruhigen, hiess es in dem Bericht. Die Regierung hatte im Juni einen Gesetzentwurf für einen Entschädigungsfonds für die Opfer der Atomkatastrophe auf den Weg gebracht.

Der Fonds soll es Tepco ermöglichen, eine Insolvenz zu vermeiden. Denn die Kassen des Konzerns sind leer. Das Unternehmen verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr wegen des Unglücks im Zuge des Erdbebens vom 11. März einen Rekordverlust von mehr als zwölf Milliarden Franken, Tepco-Aktien brachen um 85 Prozent ein.

(rcv/sda)