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Zuwachs
Terrorangst schreckt Touristen nicht ab

Sharm el-Sheik: Auswirkungen von Terror sind immer nur kurz zu spüren. Keystone

Trotz Terrorgefahr ist die Zahl der Touristen weltweit stark gestiegen. Fast 1,2 Milliarden Menschen reisten 2015 ins Ausland. Das zeigt eine Erhebung der Uno.

Veröffentlicht am 18.01.2016

Trotz internationaler Konflikte und Terrorgefahren hat der Tourismus seinen Rekordkurs 2015 fortgesetzt. Laut Uno-Tourismusorganisation (UNWTO) stieg die Zahl der Auslands-Ferienreisenden im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 4,4 Prozent auf fast 1,2 Milliarden. Damit habe die Reisebranche bereits im sechsten Jahr in Folge ein Wachstum von über vier Prozent erzielt, teilte die UNWTO am Montag in Madrid mit.

Zu den jüngsten Anschlägen von Islamisten auf touristische Einrichtungen betonte der UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai: «Was immer geschieht, die Auswirkungen werden stets nur kurzfristiger Natur sein». Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten Terroranschläge für den Tourismus mittel- und langfristig keine grösseren Folgen. Die Reisebranche erhole sich rasch nach solchen Attacken.

«Globale Bedrohung»

Den Angaben zufolge gab es in Europa im vergangenen Jahr fünf Prozent mehr Touristen. Im asiatisch-pazifischen Raum und auf dem amerikanischen Kontinent wurde ein ebenso hoher Anstieg verzeichnet. In Nordafrika hingegen sank die Zahl der Reisenden um acht Prozent. Hintergrund waren mehrere Anschläge in Touristengebieten wie Tunesien und Ägypten.

«Wir stehen jetzt einer globalen Bedrohung gegenüber», sagte UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai auf einer Pressekonferenz mit Blick auf die Anschläge. Er rief die Regierungen in aller Welt zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen auf und appellierte an die Menschen, nicht aus Angst vor Attentaten auf Reisen zu verzichten.

Ölpreis als Faktor

Insgesamt wurde das Reiseverhalten 2015 laut der UNWTO von der Entwicklung der Wechselkurse, dem niedrigen Ölpreis und «den Krisen an zahlreichen Orten auf dem Planeten» beeinflusst.

Nach Angaben der Organisation verdoppelte sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit die Zahl der Touristen. Für dieses Jahr erwartet die UNWTO eine leichte Abschwächung des Wachstums auf etwa 3,5 bis 4,5 Prozent.

(sda/gku/ama)

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