Der britische Handelskonzern Tesco ist im vergangenen Geschäftsjahr in die Verlustzone gerutscht. Grund dafür waren Strafzahlungen für einen Bilanzskandal aus dem Jahr 2014 sowie Kosten für den derzeit laufenden Konzernumbau.

Operativ machte Grossbritanniens grösste Supermarktkette 2016/17 hingegen weiter Fortschritte und konnte entscheidende Kennziffern steigern, wie Tesco am Mittwoch bei der Veröffentlichung vorläufiger Zahlen mitteilte.

Tiefgreifender Umbau

So stieg der Umsatz der Gruppe im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr ohne Mehrwertsteuer und den Verkauf von Benzin um 4,3 Prozent auf 49,9 Milliarden Britische Pfund (rund 62,5 Millionen Franken). Unter dem Strich stand dennoch ein Verlust von 40 Millionen Pfund - nach einem Gewinn von 138 Millionen Pfund im Vorjahr.

Tesco befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau, nachdem vor allem die deutschen Discounter Lidl und Aldi mit ihrer aggressiven Preisstrategie die britische Supermarktkette in den vergangenen Jahren heftig angegriffen haben. Tesco senkte seine Preise, mistete das Sortiment aus, führte neue Marken ein und verbesserte seinen Service. Zudem startete der Konzern ein Sparprogramm.

Anzeige

Dreistellige Millionenstrafe

Die Kosten für den Umbau drückten jedoch das Nettoergebnis. Rund 200 Millionen Pfund fielen dafür an. Zudem musste Tesco im Zusammenhang mit einem Bilanzskandal aus dem Jahr 2014 eine dreistellige Millionenstrafe zahlen. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr dafür Einmalkosten von 235 Millionen Pfund verbucht.

(sda/cfr/mbü)