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Elektromobilität
Tesla lässt Roboter von Europa nach Kalifornien fliegen

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Keine Schadstoffe – von wegen: Tesla lässt Produktionsanlagen aus Übersee einfliegen. Quelle: Getty Images

Tesla fliegt Roboter und Fertigungsanlagen ein, um die Produktion des Model 3 voranzubringen. Der Umweltschutz geht dabei ganz vergessen.

Von David Torcasso
am 31.05.2018

Zurzeit richten sich alle Tesla-Anhänger auf die Produktion des Massenautos von Tesla, dem Model 3: Die Produktion stockt seit Monaten, die Herausforderungen bei der Batterienproduktion für das Elektroauto sind gross. Die Anleger warten gespannt, ob Elon Musk mit der Fertigung endlich in Fahrt kommt und seine Versprechen erfüllen kann

Dass sich Musk bemüht, die Batterieproduktion für das Model 3 zu beschleunigen, wurde in den letzten Tagen erneut sichtbar. Anscheinend scheut er dabei keine Kosten und Aufwand. In den letzten Tagen hat Tesla insgesamt sechs Flugzeuge mit Robotern und Fertigungsausrüstung von Europa nach Kalifornien geflogen, wie «Reuters» zwei Quellen zitiert. Diese Geräte seien im Laufe dieser Woche in der Gigafactory von Tesla in Nevada angekommen. Dort betreibt Tesla zusammen mit Panasonic eine Produktion von Lithium-Ionen-Akkumulatoren für Elektroautos.

Transport per Flugzeug sehr selten

Tesla wollte sich nicht zu der ungewöhnlichen Mittelbeschaffung äussern – obwohl es allen Grund dazu gibt. Denn der Transport von Ausrüstung für eine Auto-Produktionslinie über den Luftweg ist sehr ungewöhnlich, da die Kosten sehr hoch sind. Normalerweise werden solche Anlagen auf dem Seeweg in Containern transportiert. Die Autohersteller bestellen sie Monate oder Jahre im Voraus. 

Der Flugzeugtransport unterstreicht also, wie dringend Elon Musk die Fertigungsprobleme bei dem Model 3 in den Griff bekommen will – und muss. Die verzögerte Einführung des Elektroautos für den Massenmarkt treibt Tesla in die roten Zahlen und lässt den Aktienkurs sinken. 

Roboter bei der Produktion

Anscheinend wolle man jetzt aber die Batterienproduktion in der Gigafactory in Nevada umstrukturieren, behaupten Ingenieure von Tesla's deutscher Ingenieurabteilung Grohmann gegenüber « Reuters». Man wolle die Engpässe beseitigen und die Abläufe automatisieren, heisst es. 

Es sei aber nicht klar, wann das neue Produktionssystem einsatzbereit sein wird, sagen Insider. Roboter müssen häufig neu kalibriert werden, um minimale Unterschiede in der Qualität der Rohstoffe sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede auszugleichen.

Zero Waste - von wegen

Dabei geht es aber nicht nur um die immensen Kosten, sondern auch die Umweltbelastungen: Frachtflugzeuge sind älter als Passagierflugzeuge und erzeugen damit mehr Abgase. Ein Widerspruch für Tesla, das sich immer wieder mit «Zero Waste» – keine Schadstoffe —  bei den Autos profiliert. Sie werden mit Batterien betrieben. Bei dem grossen Druck scheinen Tesla-Chef Elon Musk anscheinend aber alle Mittel Recht zu sein, die Produktion des Model 3 voran zu bringen. Koste es, was es wolle. 

Der ökologische Fussabdruck eines Tesla-Autos wird aber durch solche Transportverfahren belastet. Das verschafft vor allem den Elektroauto-Gegnern Aufwind: Einer Studie des schwedischen Umweltministeriums zufolge rechnet sich ein Elektroauto ökologisch erst nach acht Jahren. Demnach könne ein Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor acht Jahre gefahren werden, bevor es die Umwelt so belastet habe wie die Akku-Produktion für ein Tesla Model S. Dabei ist aber die Beschaffung der Produktionsanlagen nicht mit eingerechnet.

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