Die Elektroauto-Pioniere von Tesla haben in San José gegen die Hoerbiger Automotive Comfort Systems und Hoerbiger America Holding Klage eingereicht. Sie gehören zur Schweizer Hoerbiger Gruppe.

Hoerbiger hätte fürs Modell X die Türenhydraulik liefern sollen. Dazu sei man 2014 übereingekommen. Doch weil die Schweizer nicht so liefern konnten, wie Tesla-Chef Elon Musk dies wünschte, sei dies mit ein Grund gewesen, dass die Produktion der Falcon-Wing-Türen des Elektro-SUV dauernd verzögert worden seien. Nach über einem Jahr Ärger und Ausgaben für nichts hätte sich Tesla entschieden, von Hoerbiger nichts mehr zu bestellen und einen anderen Zulieferer zu suchen.

Keine weiteren Gelder

Weil der Protoyp von Hoerbiger nichts taugte, hätte man die dazu benötigte Technik neu entwickeln müssen, beklagt sich Tesla in einer insgesamt über 40 Seiten langen Klageschrift (siehe Downloads).

Tesla will nun gerichtlich festgehalten haben, dass man Hoerbiger neben den bisher bezahlten 3 Millionen Dollar keine weiteren Gelder mehr schulde und die Zusammenarbeit einstellen könne.

Holding in Zug

Denn obwohl Tesla Hoerbiger den Deal aufkündigte, hätten die Schweizer weiter «unverschämte» Forderungen gestellt: Etwa, dass die Amerikaner mit Hoerbiger weiter für die ganze Laufzeit der Model-X-Reihe zusammenarbeiten müssten. Nun will Tesla festgehalten haben, dass man mit der Aufkündigung des Vertrags keinerlei Vertragsverletzungen begehe und Hoerbiger nichts mehr schuldig sei.

Seit 1997 hat Hoerbiger Firmengruppe ihre internationale Dachholding im Kanton Zug angesiedelt. Das Unternehmen geht auf den österreichischen Erfinder Hanns Hörbiger zurück, der den Grundstein für die Firma mit einem Patent aus 1895 legte.

Hoerbiger bestreitet Vorwürfe

Hoerbiger weist Teslas Sichtweise in einer Pressemitteilung über den Schweizer Hauptsitz «entschieden» zurück. Tesla habe die mit Hoerbiger getroffenen Vereinbarungen im Mai 2015 gekündigt. Zu diesem Zeitpunkt sei die Firma «in jeder Hinsicht zur termingerechten Aufnahme der mit Tesla vereinbarten Serienproduktion bereit» gewesen. Man habe alle Vereinbarungen erfüllt und sei deshalb seit der einseitigen Kündigung mit Tesla in Verhandlungen über eine angemessene Entschädigung für die entstandenen Kosten.

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