Laut der NGO Erklärung von Bern (EvB) soll eine Tessiner Raffinerie Gold aus Kinderarbeit importiert haben. Das Unternehmen streitet die Vorwürfe, welche letzte Woche gegen sie vorgebracht wurden, dagegen grundlegend ab.

Nach sorgfältiger Prüfung könne die Valcambi SA sichergehen, dass sie kein Gold aus den fünf im EvB-Bericht aufgeführten Minen bezogen habe, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Schmuggel nach Togo

Die Erklärung von Bern hatte in ihrem letzte Woche veröffentlichten Bericht dargelegt, dass die Tessiner Raffinerie Gold aus «handwerklich betriebenen Minen» im westafrikanischen Burkina Faso importiert hatte - 30 bis 50 Prozent der dortigen Mitarbeiter sind gemäss EvB noch minderjährig. Das Edelmetall werde «unter prekärsten Bedingungen» gefördert und anschliessend über Schmuggler in das benachbarte Togo gebracht.

Von dort soll das Edelmetall dann über Genf in die Schweiz gelangen. Der EvB war im Zuge ihrer Recherchen aufgefallen, dass Togo Gold exportiert, obwohl es dort gar nicht abgebaut wird.

Dementi von Valcambi

Man überprüfe ständig die gesamte Lieferkette durch unabhängige Beobachter, schrieb das Unternehmen in einer Stellungnahme vom Wochenende. Die Valcambi SA kooperiere ausserdem mit NGOs, um "Minenarbeiter und ihre Familienmitglieder zu schützen und ihre Arbeitsbedingungen und Löhne zu verbessern".

Die Valcambi akzeptiere nur Rohstoffe von Zulieferern, die eine OECD konforme Selbsterklärung (SOC) zu Mineralien aus Risikogebieten unterschrieben hätten. Diese untersage unter anderem, dass Menschen unter 18 Jahren Zugang zur Mine haben, schrieb das Unternehmen aus Balerna TI.

Der Bericht der Erklärung von Bern sei «haltlos und falsch» - die Valcambi SA weise alle Anschuldigungen von sich.

Fast 1000 Tonnen Rohgold sollen in der Raffinerie im letzten Jahr verarbeitet worden sein. Im Tessin sind noch zwei weitere grosse Goldraffinerien angesiedelt.

(sda/chb)

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