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Tessiner Tesla-Unfall: Akku in Verdacht

Tesla S
Ein Tesla S: Die Unfälle mit dem amerikanischen Elektroauto häufen sich.Quelle: Keystone .

Das Feuer beim tödlichen Tesla-Unfall im Tessin könnte wegen der Batterie ausgelöst worden sein. Derweil baut Elon Musk den Konzern um.

Veröffentlicht am 15.05.2018

Das Feuer beim tödlichen Unfall mit einem Tesla-Auto auf der A2 im Tessin am Donnerstag könnte wegen einer Überhitzung der Batterie ausgelöst worden sein. Dies erklärte die Feuerwehr von Bellinzona in einer Mitteilung auf Facebook. Tesla untersucht den Vorfall.

Der 48-jährige Fahrer war mit seinem Wagen am Auffahrtsnachmittag vor dem Nordportal des Monte-Ceneri-Tunnels aus ungeklärten Gründen in eine Leitplanke gekracht. Danach überschlug sich das Elektroauto und ging in Flammen auf. Die Feuerwehr konnte den Lenker, einen Deutschen, nicht mehr retten.

Der heftige Aufprall beim Unfall habe möglicherweise beim Lithium-Ionen-Akku im Elektrowagen ein Phänomen namens «thermal runaway» ausgelöst, schreibt die Feuerwehr von Bellinzona. Dabei komme es zu einem plötzlichen und unaufhaltsamen Temperaturanstieg in der Batterie.

Ein Sprecher von Tesla sagte der Nachrichtenagentur Reuters: «Wir sind zutiefst betrübt über diesen Unfall, und wir arbeiten daran, die Fakten zum Unfall zu ermitteln und bieten den lokalen Behörden unsere volle Zusammenarbeit an.»

Zweifel an Autopiloten

Der tödliche Unfall im Tessin ist einer von mehreren Unfällen in den vergangenen Tagen mit Tesla-Fahrzeugen. Bei Zwischenfällen mit Autos des US-Elektrounternehmens kam es in den vergangenen Jahren mehrfach zu Bränden. Zudem haben mehrere Unfälle in jüngster Zeit Zweifel an der Sicherheit des eingebauten Autopiloten aufkommen lassen.

Am Freitag rammte ein Tesla-Auto im US-Bundesstaat Utah einen Lastwagen. Laut Angaben der Polizei hatte die Fahrerin den Autopiloten eingeschaltet und blickte zum Unfallzeitpunkt auf ihr Handy.

Tesla kündigt Umstrukturierung an

Tesla plant eine Umstrukturierung. Er wolle eine «gründliche Reorganisation», schrieb Firmenchef Elon Musk in einem am Montag bekanntgewordenen Memo an die Mitarbeiter.

Er wolle in diesem Zusammenhang flachere Hierarchien schaffen und so die Kommunikation verbessern, Funktionen zusammenfassen und andere Aktivitäten beschneiden.

Über das Papier hatte zuerst das «Wall Street Journal» berichtet. Tesla ist nach Jahren des Wachstums und Erfolgs in unruhiges Fahrwasser geraten. In der Branche werden die jüngsten Produktionszahlen mit Skepsis gesehen, ausserdem hat es mehrere Unfälle mit Tesla-Autos gegeben, die Zweifel an der Sicherheit des eingebauten Autopiloten aufkommen liessen.

(sda/tdr/mlo)

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