Facebook pumpt unverdrossen Massen von Geld in zukunftsträchtige Geschäfte und nimmt dafür vorübergehend schrumpfende Gewinne in Kauf. Im vergangenen Quartal blieb ein Überschuss von 715 Millionen Dollar übrig, das waren neun Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie das weltgrösste Online-Netzwerk am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte.

Doch die Milliardenausgaben zum Ausbau neuer Angebote tragen bereits erste Früchte: Der Umsatz schoss um 39 Prozent in die Höhe auf gut vier Milliarden Dollar und übertraf damit die Markterwartungen. Trotzdem gab die Facebook-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent nach.

Branchenexperten loben Ausbau

«Wir investieren in die nächste Reihe von Diensten», erläuterte die für das Tagesgeschäft zuständige Managerin (COO) Sheryl Sandberg. Sie sollen die Zukunft von Facebook sichern. Gemeint sind vor allem die Messaging-Anbieter Facebook Messenger und WhatsApp, der Fotodienst Instagram und der Datenbrillen-Hersteller Oculus Rift.

Branchenexperten halten dies für die richtige Strategie. «Wir denken, dass das Unternehmen eine Menge von günstigen Gelegenheiten vor sich hat«, sagte etwa Ben Schachter von der Investmentbank Macquarie. «Wir wollen daher, dass sie kräftig in diese Bereiche investieren.» Im abgelaufenen Vierteljahr sprangen die Ausgaben um 82 Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr wird ein Plus von 55 bis 60 Prozent veranschlagt.

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Reichweite erhöht

Damit erhöht das Unternehmen von Mark Zuckerberg seine Reichweite im Internet: Ende Juni lag die Zahl der aktiven Nutzer bei 1,49 Milliarden. Das waren 13 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon loggten sich 1,31 Milliarden mit einem Mobilgerät ein. Die Zahl der Nutzer, die täglich auf Facebook sind, kletterte um 17 Prozent auf 968 Millionen. «Es ist insbesondere beeindruckend, dass die Nutzer aktiver sind als je zuvor«, kommentierte Nate Elliott von der Beratungsfirma Forrester Research.

Und dies zahlt sich in anziehenden Werbeerlösen aus, die im Quartal um 43 Prozent auf 3,83 Milliarden Dollar zulegten. Dabei wird die Werbung auf mobilen Geräten für Facebook immer wichtiger. Inzwischen entfallen auf sie 76 Prozent der Werbumsätze. Vor einem Jahr waren es noch 62 Prozent.

(reuters/me)