Anleger brauchen derzeit starke Nerven. Zum einen bestimmt eine hohe Volatilität die weltweiten Märkte, zum anderen macht das Währungsrisiko Investmententscheidungen schwieriger. Der Dollar verliert deutlich und im Gegenzug gewinnt der Euro in letzter Zeit vermehrt an Stärke. In Bezug auf den Renminbi wird seit langem auf eine Aufwertung spekuliert, die aber bislang in dem erwarteten Mass auf sich warten lässt.

Investoren stellen sich nun die Frage, wie wichtig eine Währungsabsicherung für ein Portfolio ist. Sicher, das Währungsrisiko kann einen signifikanten Einfluss auf ein Portfolio haben. Mit Stand 31. Dezember 2007 stieg beispielsweise der amerikanische S&P 500 Index über einen Zeitraum von zwei Jahren um 22,2% – in Dollar gerechnet. Doch die Schwäche des Dollar zum Euro relativiert diesen Anstieg deutlich: Europäische Investoren mussten über denselben Zeitraum ein Minus von 1,4% hinnehmen – aufgrund des starken Euro und den damit verbundenen schlechteren Wechselkursbedingungen.

Dieses Phänomen lässt sich genauso gut umkehren, was zeigt, dass sich Währungsrisiken nicht zwangsläufig negativ auswirken. Betrachtet man europäische Aktien, haben diese in den letzten zwei Jahren in Euro denominiert gut 31% zulegen können. Rechnet man diesen Kursanstieg in Dollar um, verdoppelt sich dieser auf 61,2% für US-Investoren.

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Wirtschaftliche Faktoren können langfristig ein Indikator dafür sein, in welche Richtung sich eine Währung entwickeln wird. Dennoch können kurzfristige Schwankungen wider den langfristigen Trends sein. Und aus genau diesem Grund ist es schier unmöglich, Währungsrisiken auf kurze Sicht richtig vorherzusagen.

Fonds sind oftmals nicht gegen Währungsrisiken gesichert, vielfach gehen die Fondsmanager aktive Positionen in Bezug auf Währungen ein. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Entwicklungen von Währungen werden in intelligente Investmententscheidungen transformiert und direkt in den Investmentprozess mit einbezogen. Das Währungsrisiko hat beispielsweise einen Einfluss darauf, ob es sinnvoll ist, überhaupt in einen Markt zu investieren oder eben nicht. Das macht ein oftmals teures Hedging gegen Währungsrisiken nicht nötig, und Anleger riskieren auch nicht, bei einer falschen Vorhersage für die Entwicklung einer Währung eine schlechtere Performance in Kauf zunehmen.

Investoren müssen letztlich entscheiden, wie wichtig eine Währungsabsicherung für ihr Portfolio ist und vor allem, wie viel sie bereit sind, dafür zu bezahlen. Zwingend notwendig ist eine solche Sicherung sicherlich nicht, da es möglich ist, aktive Positionen in Bezug auf eine Währung zu beziehen und so das Währungsrisiko ebenfalls zu verringern.