Die Aufgabenstellung für den Umbau des Theaters 11 in Oerlikon (ehemals Stadthof 11) war eine anspruchsvolle, aber auch motivierende Herausforderung. Aufgrund der komplexen Ausgangslage und des ambitiösen Ziels hatte sich die Bauherrschaft des Theaters 11, die Messe Schweiz (Zürich) AG, für die Ausschreibung eines Gesamtleistungswettbewerbs entschieden. Sie hatte von der Eigentümerin, der Stadt Zürich, Grundstück und Gebäude des Theaters 11 im Baurecht übernommen und stellte drei verschiedenen Wettbewerbteams die Aufgabe, den ehemaligen Stadthof 11 in ein modernes, multifunktionales und internationales Musical-Theater umzuwandeln. Es sollte 1400 Sitzplätze bieten und höchsten technischen Ansprüchen entsprechen.

Dank der Bildung eines kompetenten und sich ergänzenden Teams mit Spezialisten unterschiedlichster Bereiche und dank der konstruktiven Auseinandersetzung und Lösungsfindung innerhalb dieser Gruppe gewann
die Bauengineering mit ihrem Projekt den Gesamtleistungswettbewerb. Die Jury, in der auch die Betreiberin Freddy Burger Management AG Einsitz hatte, liess sich vor allem von der städtebaulichen, betrieblichen und betriebswirtschaftlichen Eignung überzeugen.

Klar definierter Kostenrahmen

Der Kostenrahmen von 25 Mio Fr. war von der Bauherrin klar definiert und die Ausgangslage überaus anspruchsvoll. Es ging darum, einen Teil der vorhandenen Bausubstanz zu sanieren, bestehende Grundrisse und Mauern zum Teil beizubehalten, neue Nutzungen in Neubauteilen einzuplanen und das Objekt zu einem gesamtheitlichen Bau zu komponieren. Betreffend Volumen, Maximalhöhe und Ausdehnung des Gebäudes bestanden klare Rahmenbedingungen durch die Bauvorschriften.

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Aufgabe ist nur im Team lösbar

Um mit einem chancenträchtigen Projekt in den Gesamtleistungswettbewerb eintreten zu können, stellte die Bauengineering ein sorgfältig ausgewähltes Team von Spezialisten zusammen: Die jungen Architekten EM2N mit kreativen und unkonventionellen Ideen, den versierten Bühnenbauer Nüssli AG, Hüttwilen, der als Meister in seinem Fach gilt, den Beleuchtungs- und Tontechniker EBZ, Dübendorf, mit ebenfalls einschlägiger und spezialisierter Bühnenerfahrung, und die Statiker Aerni + Aerni aus Zürich, die über die Fähigkeit für innovative und geistreiche Lösungen für diese komplexe Aufgabe verfügten.
Entscheidend für den Erfolg des Projekts war die Tatsache, dass sich diese «illustre Gesellschaft» von hoch spezialisierten Menschen im Dialog finden und gemeinsam eine optimale Lösung erarbeiten konnte. Dabei war die umsichtige und (sozial-)kompetente Führung des Teams ausschlaggebend. Durch den gegenseitigen Respekt der unterschiedlichen Perspektiven und Gewichtungen konnte die Gruppe die besten Komponenten für das Projekt herausarbeiten, hielt alle Vorgaben und den Kostenrahmen ein, überzeugte mit dem städtebaulichen Konzept, vorbildlichen Sicherheitsanlagen und vor allem: Sie übertraf mit 1500 Sitzplätzen die Vorgaben von 1400.
Durch diese Kapazitätserweiterung mit erhöhten Einspielergebnissen pro Vorstellungstag schuf die Bauengineering mit ihrem Wettbewerbsteam einen massgeblichen Mehrwert für die Investoren und Mieter.
Das Theater 11 ist vergleichbar mit dem Theater an der Wien in Österreichs Metropole, dem Theater am Hamburger Hafen und dem Theater am Potsdamer Platz in Berlin. Es ist auf alle Unterhaltungsbereiche wie Musical, Comedy, Konzert und Tanz ausgerichtet und durch die Multifunktionalität auch ideal für Kongresse, Seminare oder freie Produzenten und Veranstalter.

Alle Synergieeffekte genutzt

Mit dem Verfahren des Gesamtleistungswettbewerbs werden nicht nur Entwicklungs- und Planungsleistungen ausgeschrieben, sondern auch die Realisierung eines Projekts. Damit ist dasselbe Team für die Ausführung seiner eigenen Planung verantwortlich. Durch das gesamtheitliche Vorgehen und die Koordination zwischen Entwicklung, Planung und Ausführung entstehen hohe Synergieeffekte. Schnittstellenverluste fallen weg und der administrative Aufwand ist minimal. Dies alles sind entscheidende Punkte hinsichtlich bereits bewährter Zusammenarbeit und gemeinsamer Motivation.
Ein Vorteil, der sich auch klar im Projekt der Bauengineering gezeigt hat. Der Umbau des Theaters 11 war ein Wettlauf mit der Zeit. Aber dank der minuziösen Planung und der hohen Leistungsbereitschaft aller Beteiligten stand der Rohbau innerhalb eines Jahres. Ein Jahr später, im Dezember 2006, konnte das Theater 11 trotz erschwerter Umstände mit Engpässen von Zulieferanten zwei Monate früher als geplant eröffnet werden.

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Peter Mettler, Verwaltungsratspräsident und CEO, Bauengineering AG, St. Gallen.
www.bauengineering.ch