Die Euro 08 fokussierte das Thema diesen Sommer verstärkt auf die Problematik des Littering, doch ausgerechnet das Grossereignis Fussball-Europameisterschaft mit den vier Schweizer Austragungsorten Basel, Bern, Genf und Zürich bewies, dass mit geschickten Konzepten dem Ärgernis beizukommen ist. Nicht mit dem Mahnfinger wurde gedroht, schon gar nicht wurden – wie immer häufiger gefordert – Bussen ausgefällt. Mit Aufklärung, Information, dienlicher Infrastruktur – also genügend Sammelstellen – und Appellen an den persönlichen Anstand wurde das Fussballfest nicht zur unangenehm nachwirkenden «Abfall-EM».

Die Konzepte erwiesen sich als zweckmässig und bilden – beispielsweise für die Interessengemeinschaft saubere Umwelt (IGSU) – Grundlage für den Kampf gegen die Unsitte des achtlosen Wegwerfens. Dabei muss die Rückkehr zu den alten Werten angestrebt werden, zu Anstand und Rücksichtnahme; selbst dann, wenn der Wertewandel durch veränderte Lebensgewohnheiten, etwa in der Auswärtsverpflegung, nicht rückgängig gemacht werden kann.

Simpel ausgedrückt bedeutet dies, dass die einfachen Regeln des Zusammenlebens wieder mehr Bedeutung bekommen. Deshalb sind «Nacherziehungsprozesse» nötig, nicht primär bei Kindern, sondern bei männlichen Erwachsenen ab dem 25. Altersjahr. Denn sie sind die grössten Litterer. Die Stadt Zug, die jährlich allein für die sonntagmorgendliche Sonderreinigung ihrer Quaianlagen zusätzlich 80000 Fr. aufzuwenden hat, motiviert mit dem Strassentheater «Glittering» der Theatergruppe Nina zu mehr Respekt vor Mitmensch und Umwelt.

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Aufklärungsarbeit allein genügt allerdings nicht: Herausgefordert ist auch die Wirtschaft. Die Glas- sowie die Aluminiumindustrie, die Pet-Verarbeiter, die Grossverteiler und die Zeitungsverleger haben die Problematik erkannt und handeln. Nicht so die Zigarettenhersteller: Weggeworfene Zigarettenstummel sind Bestandteil der aktuellen Littering-Problematik. Auch hier sind die Anbieter von Raucherwaren also gefordert.