Die Credit Suisse hat laut SNB-Präsident Thomas Jordan mit der mit den US-Behörden erzielten Einigung nun einen Schlussstrich unter eine langjährige, belastende Situation gezogen. Die Bank habe die Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit gelehrt und könne nun zuversichtlich in die Zukunft schauen, sagte Jordan am Dienstag «Swiss International Finance Forum» in Bern weiter. Derweil werde die SNB ihre Geschäfte mit der CS wie bis anhin weiterführen.

Was die Zusammenarbeit zwischen der Nationalbank und der Credit Suisse betreffe, werde sich durch diesen Entscheid nichts ändern. «Wir werden unsere Beziehung genau gleich weiterführen» sagte er. Die Frage, ob er glaube, dass die Amerikaner die Schweizer Banken härter anpacken würden als andere, verneinte er. Er gehe davon aus, dass die amerikanischen Behörden alle Banken gleich behandeln.

Reputationsschaden für Schweizer Bankensektor

Der Fall der Credit Suisse sei aber ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Zeiten im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft verändert haben, so der SNB-Präsident. Das Geschäft habe dem Schweizer Bankensektor in den vergangenen Jahren einen beträchtlichen Reputationsschaden beschert. Die früher jahrzehntelang international geduldete Praxis, dass ausländische Bankkunden auch unversteuertes Vermögen auf Schweizer Bankkonten hielten, habe die Schweiz mehrfach in politisch heikle Situationen gebracht. «Dies hat uns der Fall der Credit Suisse einmal mehr deutlich vor Augen geführt», sagte Jordan.

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Mit Blick auf die noch ausstehenden Verhandlungen der US-Behörden mit anderen Banken geht Jordan davon aus, dass die USA alle Banken gleich und fair behandelten und unabhängig davon, ob die Bank aus der Schweiz stamme oder nicht.

(awp/sda/dbe/sim)