Der Rohstoff- und Minenkonzern Glencore hat im Geschäftsjahr 2014 bei allen Kennzahlen einen Rückgang verbucht. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreswert um 5 Prozent auf 221,1 Milliarden US-Dollar. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda ging um 2 Prozent auf 12,8 Milliarden, der Ebit um 10 Prozent auf 6,7 Milliarden zurück, wie dem am Dienstag veröffentlichten Jahresergebnis zu entnehmen ist. Der Reingewinn schliesslich betrug 4,3 Milliarden nach 4,6 Milliarden im Vorjahr.

Auf Seiten der Rohstoffförderung verbuchte der Konzern Erfolge mit etwa einer um 4 Prozent höheren Kupferproduktion von 1,5 Millionen Tonnen, heisst es in der Mitteilung weiter. Davon sei ein substantieller Teil auf die Fördersteigerung um 31 Prozent in der Mine Mutanda zurückzuführen.

Niedrige Rohstoffpreise belasten

Das Unternehmen nennt die niedrigeren Rohstoffpreise als Grund für den Rückgang und auch die industriellen Aktivitäten hätten unter einem niedrigeren Preisniveau gelitten, insbesondere bei den Energieträgern. Angesichts des schwachen Umfeldes sei der Ebitda-Rückgang um 2 Prozent als Erfolg zu werten.

Die Funds From Operations blieben mit 10,2 Milliarden US-Dollar stabil gegenüber dem Vorjahr. Die Nettoverbindlichkeiten gingen um 5,3 Milliarden auf 30,5 Milliarden zurück, wobei sich auch der Verkauf des 25 Prozent-Anteils der Mine La Bamba auswirkte. In Reaktion auf das volatile Marktumfeld überprüfe das Management laufend seine Investitionsentscheidungen.

Dividende trotzdem angehoben

Neu rechnet Glencore mit geringeren Investitionskosten im Jahr 2015 in einer Spanne von 6,5 bis 6,8 Milliarden US-Dollar, statt der zuvor avisierten 7,9 Milliarden. Dies betreffe das gesamte Portfolio des Konzerns, heisst es weiter. Zuvor hatte Glencore bereits Produktionskürzungen in Australien und Südafrika angekündigt.

Anzeige

Der Verwaltungsrat hat als abschliessende Dividende für 2014 die Ausschüttung von 12 US-Cent pro Aktie angekündigt. Damit beläuft sich die Jahresdividende auf 18 US-Cent, was einer Anhebung um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das laufende Aktienrückkaufprogramm seien bis Ende 2014 760 Millionen US-Dollar aufgewendet worden, aktuell beläuft sich der Wert auf 930 Millionen.

Zuversichtlich für 2015

Das Management schaue zuversichtlich auf das laufende Jahr, heisst es weiter. Obwohl es in der Zukunft weitere konjunkturelle Rückschläge geben könnte, sei die physische Nachfrage nach Rohstoffen weiter «gesund», schreibt Glencore. Man rechne angesichts der tieferen Preise und der Einschnitte bei der Produktion und den Investitionen mit einer Verknappung des Angebots in den wichtigsten Rohstoffsegmenten.

(awp/ise/ama)