Im vergangenen Jahr haben sich die Aktienmärkte weltweit grösstenteils erholt. Seit Beginn dieses Jahres ist die Wertentwicklung der wichtigsten Indizes aber eher flach.

Dennoch: Angesichts der geringen Rendite, die Anleihen und Bargeld bieten, sollten Aktien - zumal wir sie nach wie vor für unterbewertet halten - in den kommenden 2-3 Jahren vergleichsweise einen besseren Ertrag abwerfen. Unseres Erachtens befinden sich die attraktivsten Titel unter jenen mit der grössten Kapitalisierung - allerdings unter der Voraussetzung, dass Dividendenrenditen angemessen sind und durch hohe Cashflow-Renditen unterstützt werden. Dies gilt insbesondere für Titel der Telekommunikation und des Gesundheitswesens.

Attraktive Bewertung

Bestimmend für die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Aktienmärkte weltweit sind die Unsicherheit über das weitere Wachstum Chinas und ein mögliches Ende der lockeren Geldpolitik der Notenbanken. An den europäischen Handelsplätzen sind zudem die Schuldenlasten von Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien vermehrt ins Zentrum des Interesses gerückt. Diskutiert werden in diesem Zusammenhang die möglichen Folgen für den Euro.

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Doch sind im Vergleich zu den USA und den besser entwickelten Märkten Asiens die europäischen Börsen relativ gesehen unterbewertet. Zudem schätzen wir die nahe Zukunft als positiv ein: Die meisten Länder konnten die Rezession hinter sich lassen. Und auch bezüglich der Unternehmensergebnisse hellt sich der Ausblick auf. Gemäss Konsensusschätzungen sollen diese um etwa 24% wachsen.

Das kommt nicht von ungefähr. Europa verfügt in den meisten Branchen über etliche Marktführer. Das bedeutet, dass die Anleger zu historisch niedrigen Bewertungen Zugang zu qualitativ hochwertigen Weltmarktführern haben. Darüber hinaus sind europäische Unternehmen stärker an den schnell wachsenden Märkten in Entwicklungsländern vertreten als die meisten US-amerikanischen Namen. Zusätzlich sollten sich strikte Kostensenkungsmassnahmen günstig auf die europäischen Unternehmensgewinne auswirken, wobei der schwache Euro die Dynamik stark exportorientierter Länder, wie z.B. Deutschland, erhöht.Im Rahmen eines Portfolio-Managements für europäische Aktien erachten wir klare Anlagethesen als zentrales Element eines konsistenten Investment-Ansatzes. Dabei sollten die Ereignisse und Faktoren bestimmt werden, welche die These bestätigen.

Genauso wichtig ist jedoch, auch klar festzulegen, wann Unternehmen die so identifizierten Erwartungen nicht erfüllen. In diesem Fall kann von einer «Verletzung» der Anlagethese gesprochen werden. In der Folge sollten die entsprechenden Titel verkauft werden. Solche «Warnsignale» sind beispielsweise abnehmende Verkaufsvolumen, sinkende, durchschnittliche Verkaufspreise oder ähnlich negative Tendenzen.

Um einen solchen Investment-Ansatz erfolgreich umsetzen zu können, braucht es ein Team erfahrener Branchenspezialisten und Portfoliomanagern. Idealerweise sollten diese lokal tätig sein, auf ein globales Netzwerk anderer Analysten zugreifen können und über langjährige Investment-Erfahrung verfügen.

Die Vorteile von Fonds nutzen

Von einer solchen Expertise können Privatinvestoren mit einem Engagement in einen Fonds besonders gut profitieren. Gerade auch in Zeiten grösserer Risiken bietet diese Anlageform so manchen Vorteil. Dank dem Prinzip der Diversifikation - das übrigens von Gesetzes wegen explizit von einem Fonds verlangt wird - können die titelspezifischen Risiken reduziert werden. Ein professionelles Portfoliomanagement überwacht den Fonds täglich und trifft die Investment-Entscheide.

Bei der Wahl des Anbieters ist vor allem darauf zu achten, dass dem Anleger verschiedene Fondsarten mit unterschiedlichen Risiko-/Ertragseigenschaften zur Verfügung stehen. Fonds für kleinkapitalisierte Unternehmen sollten beispielsweise ebenso zur Verfügung stehen wie Produkte für Value- oder Growth-Titel. Denn je grösser das Angebot, desto passgenauer können Anleger ihr Gesamtportfolio zusammenstellen.