1. Home
  2. Unternehmen
  3. Top 100: «Club der Milliardäre» wächst rasant

Ranking
Top 100: «Club der Milliardäre» wächst rasant

Die Liste der umsatzstärksten Unternehmen der Schweiz und Liechtensteins ist da: Die Spitzenplätze werden von einer Branche dominiert – das grösste traditionelle Unternehmen verliert einen Rang.

Von Armin Müller
am 24.06.2014

Der Sieger heisst Vitol. Zum dritten Mal in Folge belegt der wichtigste unabhängige Ölhändler der Welt den 1. Rang in der Liste der umsatzstärksten Firmen der Schweiz. Mit einem Umsatz von 307 Milliarden Franken verwies er 2013 die nächstplatzierten Glencore, Cargill International, Trafigura und Mercuria – alles ebenfalls internationale Rohstoffhändler – klar auf die Ränge. Das erste traditionelle Schweizer Unternehmen folgt erst auf Rang 6: Es ist der Lebensmittelkonzern Nestlé mit Sitz in Vevey.

Die «Handelszeitung» veröffentlicht seit 1968 alljährlich ihre Liste der grössten Unternehmen der Schweiz und Liechtensteins, in Zusammenarbeit mit Bisnode D&B Schweiz, dem europäischen Marktführer für digitale Wirtschaftsinformationen. Berücksichtigt werden Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Banken und Versicherungen, deren Grösse sich an Bilanzsumme und Prämienvolumen misst, werden separat erfasst.

Der Club der Umsatzmilliardäre wächst Jahr für Jahr, und keineswegs nur wegen der Inflation. Die besten Firmen wachsen regelmässig schneller als Gesamtwirtschaft und Teuerung. Die erste Rangliste der grössten Schweizer Unternehmen zählte 1968 gerade mal elf Umsatzmilliardäre, Ende der 1980er Jahre waren es erstmals über 100.

Ehemaliges Clubmitglied meldet sich zurück

Auch 2013 fanden mehrere Firmen neu Aufnahme im Club. So glänzten etwa die Pilatus Flugzeugwerke in Stans im letzten Jahr mit einem Umsatzsprung um 71 Prozent und knackten damit die Milliardenschwelle. Ähnliches gelang der Stäubli AG in Horgen mit ihren Mechatronik-Lösungen für Textilmaschinen, Kupplungssysteme und Roboter. Zu den Aufsteigern des Jahres zählen auch der Computerhändler Apple Switzerland, der Plasmaproduzent Octapharma oder der Börsenbetreiber Six Group. Mit Rieter meldet sich zudem ein ehemaliges Clubmitglied zurück – und auch das 2011 abgespaltene Autozuliefergeschäft figuriert als Autoneum heute ebenfalls unter den Umsatzmilliardären.

Erstmals erfasst wurden in diesem Jahr die Rohstoffhändler Gunvor und Ameropa sowie der Gashändler Gazprom und Weatherford International, ein Hersteller von Ausrüstungsgütern für die Öl- und Gasgewinnung.

Extrem ungleiche regionale Verteilung

Diese Schwergewichte sorgen auch für eine extrem ungleiche regionale Verteilung. Dank Vitol, Glencore & Co. fallen mehr als die Hälfte aller Umsätze des Milliardärsklubs in den Kantonen Genf und Zug an. Die Kantone Waadt und Zürich vereinigen weitere 19 Prozent auf sich. Für alle übrigen Kantone und das Fürstentum Liechtenstein bleibt da nicht mehr viel übrig.

Stellt man allein auf die Anzahl der Umsatzmilliardäre ab, präsentiert sich ein etwas anderes Bild. Der Kanton Zürich beheimatet nicht weniger als 44 Clubmitglieder und schlägt den Rest der Schweiz damit um Längen. Der Kanton Bern zählt noch 15 Umsatzmilliardäre, Genf 14, Basel Stadt und Aargau je 13 und Zug 10.

Die komplette Analyse, weitere Daten und Fakten sowie das Interview mit dem Swissholdings-Direktor Christian Stiefel finden Sie in der neusten Ausgabe der «Handelszeitung», ab 26. Juni am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.

Bestellen Sie über diesen Link die digitale Top-100-Liste. 

Anzeige