Ein Schweizer Geschäftsführungsmitglied, also die erste Führungsebene, erhält ein durchschnittliches Grundsalär von 247000 Fr. Das sind 4,3% mehr als im Vorjahr. Dannzumal betrug der Zuwachs noch 4,5%. Auf der zweiten Ebene (Direktoren) sind es 170000 Fr., ein Plus von 3,9%. Die Kader der dritten Ebene, die Abteilungs- bzw. Ressortleiter, dürfen sich im Schnitt noch auf eine Lohnerhöhung von 3,6% freuen und haben damit ein Grundsalär von 134000 Fr. Dies ergibt die 26. Kadersalärstudie des Beratungsunternehmens Kienbaum zusammen mit der «Handelszeitung». Befragt hat Kienbaum gut 9300 Kaderleute aus 443 Unternehmen.

29000 Franken zusätzlich

Rechnet man die finanziellen variablen Lohnanteile hinzu, kommen die Geschäftsführungsfunk-tionen auf insgesamt 312000 Fr. (im Schnitt 20% des Gesamtsalärs), die Mitglieder der zweiten Stufe auf 198000 Fr. (14%) und die Positionsträger der dritten Ebene auf 146000 Fr. (10%). Über alle Branchen und Stufen betrachtet erhalten 85% der Kaderangehörigen variable Lohnanteile, im Schnitt 29000 Fr.

Die wichtigsten Faktoren

Betrachtet man die Zahlen aus der Sicht der Funktionen, schneiden die Führungsfunktionen naturgemäss am besten ab (siehe Grafik Seite 13 unten). Das hat auch damit zu tun, dass sie in Grossunternehmen häufiger zu finden sind ? und die Unternehmensgrösse gehört zu den stärksten Bestimmungsfaktoren der Salärhöhe.

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Das wiederum liegt daran, dass in den Konzernen komplexere Aufgabenstellungen vorherrschen, was höhere Anforderungen an die Fähigkeiten und das Engagement der Kaderleute stellt und ihnen auch eine entsprechend grössere personelle Verantwortung aufbürdet (siehe Grafik links).

Doch es gibt noch einen weiteren Grund: Kleine und mittelgrosse Unternehmen befanden sich während des Untersuchungszeitraumes von Februar 2007 bis Januar 2008 meist auch in einer schwierigeren Wettbewerbssituation.

Zu den Funktionen mit den grössten Zuwächsen zählen die kaufmännische Gesamtleitung sowie die Leitung Finanzen/Rechnungswesen, Forschung/Entwicklung und die des Personalwesens (siehe Grafik links).

Auch die Branchenzugehörigkeit ist eine wichtige Einflussgrösse. Und noch immer schneiden die Dienstleister hier am besten ab, vorab die Finanzdienstleister (siehe Tabelle links oben: absolute Zahlen). Die prozentuale Zunahme des Grundsalärs beträgt 4,5%, genau gleich viel wie bei der Elektronik-/Elektrotechnik-Branche.

Überholt werden beide einzig von der Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau-Branche, deren Kaderangehörige stolze 5% mehr Grundsalär bekommen. Ähnlich hoch sind die Werte bei Chemie/Pharma/Biotechnologie und Kunststoff, nämlich 4,3%.

Weitere wichtige Faktoren sind die abgeschlossenen Ausbildungen (siehe oberste Grafik links) sowie die Regionen ? in den grossen Agglomerationen werden erwartungsgemäss die höchsten Löhne gezahlt. Allerdings sitzen dort auch wiederum die grössten Unternehmen.

Spitzenreiter auf der zweiten Ebene ist die Region Zürich mit 215000 Fr. Gesamtsalär, gefolgt von Bern (202000 Fr.), Basel (197000 Fr.) und Genf/Lausanne (187000 Fr.). Die Schlusslichter über alle Stufen mit 151000 Fr. sind das Tessin und Graubünden.

 

 


Frauen: Ein Drittel weniger

Bei den Untersuchungsergebnissen der Kienbaum-Studie zu den Lohnunterschieden aufgrund der Geschlechterzugehörigkeit könnte man ins Grübeln kommen, verdienen doch Frauen immer noch ein Drittel (knapp 32%) weniger als ihre männlichen Kollegen. Von Annäherung kann da nicht wirklich gesprochen werden, auch wenn sich die Unterschiede im obersten Management weitestgehend aufgelöst haben. Doch das sind in absoluten Zahlen nur wenige Betroffene.

Mit ein Grund für die Lohnunterschiede ist, dass Frauen im Management schweizerischer Unternehmen weiterhin unterrepräsentiert sind. Nur 8% der bei dieser Erhebung erfassten Führungskräfte auf der ersten Ebene und 13% auf der zweiten Ebene sind Frauen. In den Führungsfunktionen des mittleren Managements liegt der Anteil weiblicher Kräfte bei 23%.(eb)