Bekenntnisse zum Leistungslohn auf der Chefetage finden sich in den meisten Geschäftsberichten. Die Beratungsfirma Hostettler & Partner AG hat nun erstmals für die Schweiz eine Untersuchung über den direkten Zusammenhang zwischen Leistung und Vergütung zu eruieren versucht (siehe Grafik). Bei der relativen Leistung wird der Ertrag des Aktionärs, bestehend aus Kursveränderung und Dividendenzahlungen, der einzelnen Firma mit einem Branchenindex ins Verhältnis gesetzt. Die relative Vergütung errechnet sich aus dem aktuell von der «Handelszeitung» ermittelten Durchschnittsverdienst eines Geschäftsleitungsmitglieds im Verhältnis zu einer marktüblichen Entlöhnung dieser Grösse und Branchenzugehörigkeit. Dabei wird unterstellt, dass eine überdurchschnittliche Leistung auch in einer überdurchschnittlichen Vergütung resultieren sollte – und umgekehrt.

US-Manager profitieren mehr

Die Grafik zeigt, dass dies mehrheitlich nicht der Fall ist. Mehr als die Hälfte der SMI-Firmen befinden sich ausserhalb dieses «pay for performance tunnels» und bezahlen ihren Top-Managern keine der Leistung entsprechende Vergütung. Drei Konzerne liegen mit ihren Salären über dieser angemessenen Lohnbandbreite, während sich zehn Gesellschaften darunter befinden. Die breite Streuung der Werte kommt für Stephan Hostettler, Managing Partner von Hostettler & Partner AG, nicht zufällig: «Der statistische Zusammenhang zwischen Unternehmensleistung und Vergütung ist in der Schweiz immer noch relativ tief. Pay for Performance ist häufig ein Lippenbekenntnis.»

Beim Vergleich zwischen Pay und Performance handelt es sich um die Momentaufnahme für das Jahr 2007. Dabei können sich mehr Zufallsabweichungen ergeben als bei einer Untersuchung über mehrere Jahre hinweg. Auffällig ist, dass sich bei den Grossbanken die UBS nach der 2007 erfolgten massiven Lohnzurückstufung im Spitzenmanagement innerhalb des angemessenen Salärkorridors bewegt, die Credit Suisse nach einer schwächeren Korrektur bei den Top-Löhnen jedoch deutlich darüber liegt.

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Insgesamt reagieren die Vergütungen in den Konzernleitungen tendenziell unterdurchschnittlich auf die vergleichbaren Leistungen an die Aktionäre. Das zeigt sich an einem Fünfjahresvergleich für die SMI-Manager. Wenn der Ertrag des Aktionärs um 10% zunimmt, erhöht sich der Lohn des Top-Managers nur um 2,1%. Eine Studie aus den USA hat bei einem 10%igen Anstieg für die Aktionäre eine Gehaltserhöhung von 5,5% ermittelt. «Die Leistung der meisten Unternehmen, positiv wie auch negativ, hat sich 2007 nicht in gleichem Ausmass in der Vergütung niedergeschlagen», sagt Stephan Hostettler. «Aktionäre sollten mehr Wert auf eine leistungsgerechte Entlöhnung legen.»