Beim Basler Chemiekonzern Clariant trennt sich das Top-Management von Aktien und Optionen des eigenen Unternehmens. Das geht aus Meldungen der Börse Six hervor. So verkauften Ende April Konzernchef Hariolf Kottmann und Finanzchef Patrick Jany alle ihre Optionen im Wert von zusammen rund 2,5 Millionen Franken.

Clariant wollte gegenüber der «Handelszeitung» keinen Kommentar abgeben. Ein Vergleich mit den Angaben im Jahresbericht von Clariant zeigt aber eindeutig, dass die verkauften Optionen nur vom Führungsduo stammen können. Darüber hinaus hat eine Führungsperson zusätzlich ein Aktienpaket über rund 2,5 Millionen Franken abgestossen.

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Evonik-Kursrally zum Ausstieg genutzt

Der Zeitpunkt für den Verkauf der Wertpapiere war in finanzieller Hinsicht günstig. In jenen Tagen befand sich der Kurs auf dem Höchststand und pendelte zwischen 20 und 21 Franken. Zuvor hatte die Aktie während zehn Wochen rund 50 Prozent zugelegt. Für die Kursexplosion mitverantwortlich war das Interesse des deutschen Konkurrenten Evonik, Clariant zu übernehmen. Die Basler wollen allerdings unabhängig bleiben.

Konzern-Chef Kottmann signalisierte zwar bereits im März, für eine selbständige Clariant einzustehen. Erst diesen Dienstag nahm er in der «Basler Zeitung» allerdings erstmals direkt zu einem möglichen Angreifer Stellung und sagte deutlich: «Es gab und gibt keinerlei Gespräche über einen gesamtheitlichen Merger oder einen Verkauf und es wird sie auch nicht geben.» Die Aktie reagierte prompt auf die deutliche Absage und verlor sofort mehrere Prozent an Wert.

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