Tornos hat einen verhaltenen Start ins Geschäftsjahr 2012 erfahren. Der Werkzeugmaschinen-Hersteller weist eine Verlangsamung bei den Auftragseingängen sowie einen Nettoverlust aus. Die Märkte würden sich in Wartestellung befinden, heisst es. Angesichts der geringen Visibilität verzichtet das Unternehmen auf quantitative Aussagen zum Geschäftsausblick.

Der Umsatz im ersten Quartal fiel um 13 Prozent auf 51 Millionen Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Der Auftragseingang sank um knapp 18 Prozent auf 64,7 Millionen. Auf Stufe Ebit ergab sich ein minimaler Wert von 89'000 Franken, während in der Vergleichsperiode noch ein Plus von drei Millionen Franken ausgewiesen wurde. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 1,18 Millionen Franken, verglichen mit einem Gewinn in der Vorjahresperiode von 1,55 Millionen. Der Fehlbetrag gehe in erster Linie auf Wechselkursverluste zurück, heisst es in einem Communiqué. Tornos hat damit die Prognosen der Analysten verfehlt.

Die Schuldenkrise macht Tornos zu schaffen

Die Prognosen für ein relativ schwaches erstes Halbjahr 2012 hätten sich damit bestätigt, so Tornos. Die Aufträge seien vor allem im europäischen Raum zurückgegangen, da insbesondere die südeuropäischen Länder unter der Schuldenkrise zu leiden hatten. In Nord- und Südamerika verlangsamten sich die Aufträge weniger stark. Asien habe sich gut entwickelt, konnte aber die Einbrüche nicht kompensieren. Die Kunden würden trotz guter Arbeitsvorräte auf einem Wartegleis stehen.

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Die Entwicklung sei aufgrund der rückläufigen Tendenz im zweiten Halbjahr 2011 nicht überraschend gekommen. Das Unternehmen hatte Anfang April die Produktionskapazität gedrosselt sowie Kurzarbeit eingeführt und damit an den Auftragseingang und Lagerbestand angepasst. Die gegenüber dem Ende des Jahres 2011 angestiegene Nettoverschuldung gehe grösstenteils auf die im Hinblick auf Lieferungen während der Kurzarbeiterperiode temporär aufgestockten Lagerbestände zurück.

Ungewisse Zukunft

Im Drei-Monatszeitraum stieg die Verschuldung um 8 Millionen auf 27,5 Millionen Franken. Gegenüber dem Stand per Ende März 2011 hat sich der Wert jedoch um 12,9 Millionen Franken verbessert. Der Eigenkapitalanteil stieg auf 59,9 Prozent verglichen mit 52,1 Prozent im Vorjahr.

Die schwache Entwicklung des ersten Quartals habe sich zu Beginn des zweiten Quartals fortgesetzt, schreibt das Unternehmen zum Ausblick. Daher und wegen der geringeren Sichtbarkeit der zukünftigen Geschäftsentwicklung würden Prognosen für das Geschäftsjahr 2012 nur mit äusserster Vorsicht abgegeben. Auf Zahlenangaben verzichtet die Gruppe. Tornos stützt sich weiter auf ihre Unternehmenspolitik zur Senkung der Betriebskosten und Einführung von Kurzarbeit, um geringere Umsatzvolumen abzufedern. So will die Gruppe ihr industrielles und kommerzielles Potenzial wahren.

Bei der Vorlage der Jahresbilanz im März war Tornos für 2012 noch von einem Umsatz und einer Rentabilität auf Vorjahreshöhe ausgegangen. Dabei sollte das zweite Semester stärker ausfallen als das erste, womit der schwache Start ins Jahr 2012 kompensiert werden könne, hiess es seinerzeit.

(muv/chb/awp)