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Tornos spart - 225 Stellen gekürzt

Hier sollen Stellen gekürzt werden: Ein Gebäude von Tornos in Moutier. (Bild: Keystone)

Tornos, jurassischer Hersteller von Drehmaschinen, wird reorganisiert. Neben einer verstärkten Ausrichtung auf Wachstumsmärkte, zieht das auch Stellenkürzungen nach sich. Die Börse ist erfreut.

Veröffentlicht am 07.09.2012

Neben dem Abbau von 225 Stellen in Moutier BE und La-Chaux-de-Fonds NE krempelt der Drehmaschinenhersteller Tornos Strategie und Organisation um. Neben einer besseren Ausrichtung auf neue Märkte, namentlich die BRIC-Staaten, sollen dabei Kosteneinsparungen von 30 bis 35 Millionen realisiert werden.

Man strebt eine höhere Flexibilität, Wachstum durch Innovation, eine höhere operative Effizienz und höhere Erträge im Servicegeschäft an, wie die Firma mitteilte. Dies soll der Verlagerung der Märkte aus Europa nach Asien und in weitere Schwellenländer Rechnung tragen.

In den BRIC-Ländern will Tornos darum die industriellen Kapazitäten ausbauen und die Vertriebs- und Servicestrukturen stärken. Parallel zur Internationalisierung will das Unternehmen spezifisch auf Kunden ausgerichtete Produkte für die Marktsegmente Auto, Medizin- und Dentaltechnik, Elektronik sowie Mikromechanik entwickeln.

Das alles werde mit einer schlankeren Führungsstruktur umgesetzt, teilte Tornos weiter mit. Zwei Konzernleitungsmitglieder treten zurück und verlassen das Unternehmen im laufenden Jahr. Ein Manager scheidet aus der Geschäftsleitung aus und leitet neu die strategischen Projekte der Gruppe. Ein weiteres Geschäftsleitungsmitglied wird pensioniert.

An der Börse wurden die Verlautbarungen positiv aufgenommen. Kurz nach Handelsbeginn hatte die Aktie bereits 1,2 Prozent gewonnen. Die geplanten Massnahmen sind nach Ansicht von Analysten der Bank Vontobel absolut notwendig. Das Unternehmen sei mit seinem bisherigen Geschäftsmodell nicht mehr in der Lage gewesen nachhaltige Gewinne zu erzielen.

Gewerkschaften verlangen bessere Industriepolitik

Überhasteter Rotstift-Einsatz beim Personal, Plünderung der regionalen und nationalen Industrie: So haben die Arbeitnehmerverbände am Freitag auf den Abbau eines Drittels der Stellen beim Drehmaschinenhersteller Tornos reagiert.

Als Reaktion auf den Stellenabbau verlangte die Gewerkschaft Unia in einem Communiqué, dass Landesregierung und Schweizerische Nationalbank eine eigentliche Industriepolitik im Interesse des Werkplatzes Schweiz einführen und durchsetzen. Nur eine Stärkung der Gesamtarbeitsverträge und Investitionen in neue Technologien sowie der Einsatz der Behörden könne den Werkplatz retten.

Der Verband Angestellte Schweiz bezeichnete den Stellenabbau bei Tornos als überhastet. Kaum trübe sich die Konjunktur ein, komme aus der Maschinenindustrie schon die erste Hiobsbotschaft. Das sei ein beunruhigendes Zeichen für den bereits unter Druck stehenden Jura und die ganze Schweizer Industrie.

(jev/aho/sda)

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