Der Drehmaschinenhersteller Tornos schreibt tiefrote Zahlen. 2013 summierte sich der Verlust auf 45,6 Millionen Franken: doppelt so viel wie im Vorjahr. Mit neuen Maschinen will die Firma aus dem Berner Jura 2014 wieder einigermassen ausgeglichen abschliessen.

Der Betriebsverlust vergrösserte sich von 13,6 Millionen Franken auf 35,9 Millionen Franken. Der Umsatz, den Tornos schon im Januar bekannt gegeben hatte, ging um 16 Prozent auf 155,3 Millionen Franken zurück. Der Bestelleingang fiel um 14 Prozent auf 151,9 Millionen Franken.

Ergebnis ist «sehr schlecht»

Verwaltungsratspräsident François Frôté bezeichnete vor den Medien in Zürich das Ergebnis als «sehr schlecht». Die im Herbst 2012 geänderte Marktausrichtung bringe «enorme Veränderungen» mit sich und wiege schwer auf dem Resultat für 2013. Die Produktivität im Betrieb Moutier sei weiter ungenügend, sagte Frôté weiter. Lücken gebe es auch beim Vertrieb und beim Kundendienst.

Tornos richtet das Angebot auf eine untere, eine mittlere und ein obere Preiskategorie aus. Früher verkaufte Tornos vor allem hochpreisige Maschinen. Die teuren Produkte werden weiter in der Schweiz gefertigt, die anderen zwei Linien in China und Taiwan. Fünf neue Modelle seien 2013 eingeführt worden, sagte Frôté.

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Solide finanzielle Basis

Im Zug der Neuausrichtung hat das Unternehmen, das seinen Sitz in Moutier hat, innerhalb von 15 Monaten 40 Prozent der Stellen in der Schweiz gestrichen. Der Stellenbestand der Gruppe sank nach Oktober 2012 von 815 auf 570. Die Geschäftsleitung schrumpfte von sieben auf fünf Personen.

Trotz der schlechten Resultate verfüge man über eine solide finanzielle Basis und sei nicht von den Banken abhängig, gab Frôté zu verstehen. Die Eigenkapitalquote belaufe sich auf 51,1 Prozent und das Unternehmen verfüge über eine genügend Liquidität.

Analysten wenig überrascht

Während die Massnahmen noch keine Spur im Resultat für 2013 hinterliessen, konnte immerhin die Profitabilitätsschwelle herabgesetzt werden. Dank neuer Produkte und dank des Wachstums der deutschen Wirtschaft konnte Tornos auf mehreren Märkten in zulegen.

Für die Analysten sind die roten Zahlen keine Überraschung: Bei der Zürcher Kantonalbank erklären die Experten den für sie unerwartet hohen Verlust mit Abschreibungen auf latenten Steueransprüchen. «Für den künftigen Erfolg wird entscheidend sein, ob es mit dem neuen Produktmix gelingen wird, die Absatzschwäche zu stoppen», heisst es im Kommentar.

Walter Fust in den Verwaltungsrat

An der Tornos-Generalversammlung, die am 16. April stattfinden wird, dürfte der Ostschweizer Industrielle Walter Fust in den Verwaltungsrat gewählt werden. Der Besitzer des St. Galler Werkzeugmaschinenherstellers Starrag hat im Januar 43 Prozent der Tornos-Aktien erworben.

Für Tornos hat die Markteinführung der neuen Maschinen im laufenden Jahr oberste Priorität. Zudem will das Unternehmen ausserhalb Europas wachsen. Verwaltungsratspräsident Frôte will für 2014 ein «nahezu ausgeglichenes» Ergebnis vorlegen. Voraussetzung sei, das sich die Wirtschaft ohne Krisen entwickle.

(sda/dbe/sim)