Der angeschlagene Industriekonzern Toshiba hat sich entschlossen, seine US-Atomtochter Westinghouse in die Insolvenz zu schicken. Der Verwaltungsrat der Japaner habe zugestimmt, dass Westinghouse in den USA Gläubigerschutz beantragen solle, berichtete die Wirtschaftszeitung «Nikkei». Westinghouse Electric Company (WEC) sowie Firmen der Unternehmensgruppe hätten sich zu diesem Schritt entschlossen, teilte Toshiba mit. Massive Probleme bei der US-Atomsparte hatten ein gewaltiges Loch in die Bilanz von Toshiba gerissen.

Mit der Insolvenz von Westinghouse will Toshiba die Sparte aus den Büchern bekommen. Fürs laufende Geschäftsjahr rechnet Toshiba jetzt mit einem Verlust von 1,01 Billionen Yen (rund 8,9 Milliarden Franken) statt minus 390 Milliarden Yen wie noch im Februar mitgeteilt. Davor hatte der japanische Konzern noch 145 Milliarden Yen Gewinn erwartet.

Weitere Baustellen

Toshiba steckt nach einer Affäre um jahrelange Bilanzmanipulationen und wegen milliardenschweren Abschreibungen auf das US-Atomgeschäft tief in der Krise. Bei Westinghouse liefen Kosten für übernommene AKW-Projekte aus dem Ruder.

(sda/reuters/chb)