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Reaktion
Toyota bestellt Airbags von Takata-Konkurrenten

Autos von Toyota: Defekte Airbags belasten den Autoriesen. Keystone

Toyota leidet wegen defekter Airbags des Herstellers Takata. Nun bestellt der japanische Autobauer die Luftkissen bei der Konkurrenz. Dennoch hat Toyota den alten Zulieferer nicht abgeschrieben.

Veröffentlicht am 21.08.2015

Toyota zieht Insidern zufolge Konsequenzen aus dem bislang weltgrössten Rückruf im Autosektor und sucht sich eine Alternative zum Airbagkomponenten-Hersteller Takata. Der grösste japanische Autokonzern werde beim kleineren Takata-Rivalen Nippon Kayaku mehr als 13 Millionen Airbag-Gasgeneratoren bestellen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Toyota habe im vergangenen Monat angefragt, ob eine Produktionsausweitung möglich sei, so dass Lieferungen von Nippon Kayaku ab Juli 2016 bis 2020 erfolgen könnten, sagte ein Insider. Takata stellt weltweit jeden fünften Airbag her.

8 Tote durch Takata-Airbags

Der Airbag-Skandal zieht immer weitere Kreise. Seit 2008 mussten zig Millionen Wagen von mehr als zehn Autokonzernen - darunter BMW, Fiat Chrysler und Ford - wegen eines Defekts in die Werkstätten geordert werden. Airbags, die für mehr Sicherheit sorgen sollen, können wegen des Konstruktionsfehlers der Takata-Gasgeneratoren unkontrolliert explodieren und Metallteile herumschleudern. Acht Menschen kamen in diesem Zusammenhang bereits ums Leben und mehr als 100 wurden verletzt.

Toyota wolle zunächst die Airbags mit Takata-Komponenten von älteren Autos austauschen, die in den nächsten Jahren potenziell gefährlich werden könnten, sagten die Insider. Im Anschluss würden dann auch die Gasgeneratoren in neueren Wagen ausgetauscht. Die Bestellungen bei Nippon Kayaku seien eine Vorsichtsmassnahme, sofern es zu weiteren Rückrufen kommen werde, sagte ein Insider. Toyota wolle dann möglichst schnell reagieren können. Die Hinwendung zum Konkurrenten bedeute aber nicht, dass Toyota keine Generatoren mehr von Takata kaufen werde, sagte eine mit der Sache vertraute Person. «Toyota will nichts tun, was Takata zerstört.»

Aktien unter Druck

Toyota wollte sich nicht äussern, bei Nippon Kayaku war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Aktien des Zulieferers legten in Reaktion auf die Neuigkeiten zunächst fast drei Prozent zu, gaben aber dann einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Die Papiere von Toyota und Takata gaben mit dem Markttrend nach. 

(reuters/dbe/ama)

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