Der japanische Autokonzern Toyota aus Japan erwägt wegen der wachsenden Beliebtheit von Modellen mit Hybridantrieb den Aufbau einer Batteriefertigung in Europa. «Entwickelt sich die Nachfrage weiter so, müssen wir die Batterien auch in Europa produzieren», sagte Toshiaki Yasuda, Deutschlandchef von Toyota, dem «Handelsblatt». Auf Dauer könne der steigende Bedarf nicht allein aus Asien bedient werden.

Eine Batteriefabrik in Europa würde die Lieferfristen deutlich reduzieren. Derzeit müssen Kunden auf die Hybridmodelle der Japaner mehrere Monate warten. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem japanischen Elektronikspezialisten Panasonic verfügt nur über begrenzte Fertigungskapazitäten. Bisher produziert Toyota dem Blatt zufolge pro Jahr gut eine Million Batterien in Asien.

«Angesichts des hohen Ölpreises sind Hybride gefragter denn je», sagte Yasuda. Bestellt ein deutscher Kunde heute eine Hybridversion, des Kleinwagens Yaris, die Elektro- und Verbrennungsmotor spritsparend kombiniert, muss er sich vier Monate lang gedulden. «Mit einer Batteriefabrik in Europa könnten wir viel flexibler auf Kundenwünsche reagieren?, so Toyotas Deutschlandchef.

Skepsis bei reinen Elektroautos

Gut 100'000 Hybridfahrzeuge verlassen bereits jeden Monat Toyotas Fabriken. Inzwischen bieten die Japaner neben dem Prius auch den Golf-Konkurrenten Auris und den Polo-Rivalen Yaris als Hybride an. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres verkaufte Toyota weltweit rund 630'000 Hybridautos. Seit dem Start der Technologie hat Toyota bisher mehr als 4,4 Millionen Hybridautos verkauft.

Derweil hält der weltgrösste Autokonzern Modelle, die ausschliesslich mit Strom fahren, nur noch für Zukunftsmusik. «Dahinter steht noch kein marktfähiges Geschäftsmodell», sagte ein Sprecher von Toyota Deutschland Ende September. Der japanische Autobauer hatte noch 2010 angekündigt, Tausende rein elektrisch angetriebene Wagen verkaufen zu wollen.

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(tno/awp)