Der weltgrösste Autobauer und ehemalige Pionier der Elektromobilität Toyota hält Autos, die ausschliesslich mit Strom fahren, nur noch für Zukunftsmusik. «Dahinter steht noch kein marktfähiges Geschäftsmodell», sagte ein Sprecher von Toyota Deutschland. Der japanische Autobauer hatte noch 2010 angekündigt, Tausende rein elektrisch angetriebene Wagen verkaufen zu wollen.

«Zwei Jahre später gibt es zahlreiche Probleme», räumte der für Fahrzeugentwicklung zuständige Vizepräsident Takeshi Uchiyamada nun laut einem Bericht der «Financial Times Deutschland» (FTD/Dienstag) ein. Stattdessen setzt Toyota in den kommenden Jahren verstärkt auf Hybrid-Modelle.

Zwar werde das Unternehmen seine bisherige Strategie weiter verfolgen, erklärte der Toyota-Sprecher. Doch die Hoffnungen in das neue Elektro-Auto EQ scheinen überschaubar: Laut FTD will das Unternehmen in den USA und Japan nur 100 Autos des Modells verkaufen. In Europa sei ein Verkaufsstart derzeit gar nicht geplant, sagte der Sprecher.

Fokus auf Wasserstoff-Fahrzeuge und Hybride

Statt Elektro setzt Toyota mittlerweile verstärkt auf Wasserstoff-Fahrzeuge und vor allem Hybridmodelle mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor. Am Montag hatte Toyota angekündigt, bis Ende 2015 insgesamt 21 neue Hybrid-Modelle auf den Markt zu bringen.

Dabei erwartet der Konzern, dass zwischen 2013 und 2015 weltweit mindestens eine Million solcher Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden. Ende Juni hatten die Japaner ein weitreichendes Bündnis mit BMW geschmiedet, um unter anderem bei Brennstoffzellen, im Leichtbau und der Elektrifizierung von Antriebssystemen zusammenzuarbeiten.

Anzeige

Als Hauptproblem der Elektroautos gilt die mangelnde Effizienz der Batterien. Sie sind noch zu teuer, zu gross und zu schwer und lassen bislang nur eine geringe Reichweite zu.

(aho/awp)