Der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) hat dem Bund am 17. August 2009 eine Behördeninitiative übergeben, um in der Weiterbildungslandschaft mit ihrer un-übersehbaren Vielfalt und uneinheitlichen Qualität endlich mehr Transparenz zu schaffen. Trotz über 5 Mrd Fr. Umsatz pro Jahr sei die Weiterbildung in der Schweiz ein kaum geregelter Markt.

Der ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm, seines Zeichens Präsident des SVEB, bringt es auf den Punkt: «Jeder kann hierzulande Diplome drucken, aber der Besucher, der für einen Kurs viel bezahlt, weiss oft gar nicht, was hinter dem Diplom steckt und was es wert ist.» Zu viele Fragen, die in anderen Bildungsbereichen problemlos zu beantworten seien, blieben offen, wenn es um die Weiterbildung gehe.

Daher brauche es dringend eine einheitliche Anerkennung, «so, wie wir es bei der Berufsbildung, bei den Fachhochschulen und bei den Universitäten haben», ergänzt Strahm. Das Volk habe den Weiterbildungsartikel nämlich schon vor mehr als drei Jahren angenommen - passiert sei in der Zwischenzeit jedoch nichts.

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Denn seit 2006 habe der Bund den verfassungsmässigen Auftrag, die nationale Weiterbildung gesetzlich zu regeln, erinnert Rudolf Strahm. Der Bundesrat aber halte einen einschlägigen Bericht ohne An- gabe von Gründen seit März dieses Jahres zurück und habe das Weiterbildungsgesetz vorläufig auf Eis gelegt.

Das Parlament müsse nun rasch ein entsprechendes Rahmengesetz ausarbeiten, so der Präsident des SVEB. Strahm fügt hinzu: «Wir fordern mit der Eingabe von 150 Institutionen und Verbänden, auch privaten Anbietern, dass noch in dieser Legislatur ein kurzes Rahmengesetz im Parlament aufgegleist wird, damit eine Anerkennung dieser Bildungswege ab Anfang 2012 möglich ist.»

Die Behördeninitiative verlangt folglich die Ausarbeitung eines solchen Weiterbildungsgesetzes noch vor Ende 2011. Gleichzeitig müssen nach Angaben des SVEB die höhere Berufsbildung sowie die nationale Weiterbildung gefördert werden. Auch seien die verstreut in rund 80 Erlassen von Bund und Kantonen geregelten Ak-tivitäten besser zu koordinieren. Zum Thema Weiterbildung sind im Parlament mittlerweile 25 Vorstösse hängig.

Es geht dem SVEB zufolge nicht primär um ein neues Subventionsgesetz. Wichtiger und nötiger sei beispielsweise eine eidgenössische Anerkennung und Validierung von Bildungsgängen. Am ehesten seien zusätzliche Bundesmittel angesagt, um die Weiterbildung benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu fördern.