Der Tiefsee-Erdölbohrkonzern Transocean könnte von den US-Steuerbehörden eine Nachsteuerforderung von 473 Millionen US-Dollar erhalten. Wie das Unternehmen in seiner jährlichen 10-K-Form schrieb, werden Steuerabschreibungen für die Jahre 2008 und 2009 von der US-Steuerbehörde überprüft. Bei einem negativen Bescheid könnten Nachsteuern in der Höhe von rund 473 Millionen Dollar fällig werden, exklusive Zinsen.

Beanstandet werden dabei Ingenieursdienstleistungen und Plattform-Gebühren sowie die Buchhaltung derselben, welche zwischen einzelnen Tochtergesellschaften Transcoeans erbracht wurden, heisst es weiter. Transocean betrachtet die Buchhaltung der Vorgänge jedoch als korrekt und werde sich auch in Zukunft gegen die Anfechtung der Steuerbehörde zur Wehr setzen, ist dem Jahresbericht zu entnehmen.

Sollte sich die US-Steuerbehörde jedoch mit der Neubewertung durchsetzen, werde dies negative Auswirkungen auf die effektiven Steuerraten für die Jahre nach 2009 haben.

Weitere Untersuchungen der US-Steuerbehörden von 2010 sind noch hängig. Darin werden einerseits die selben Kritikpunkte wie oben für die Jahre 2006 und 2007 beanstandet, was Steuernachforderungen von 278 Millionen US-Dollar exklusive Zinsen zur Folge hätte. Zudem werden Steuerabzüge für Kapitalgewinne in den Jahren 2006 bis 2009 untersucht, die zu zusätzlichen 248 Millionen Verrechnugssteuern plus Strafe führen könnten.

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Hängig sei zudem der Streit mit den brasilianischen Steuerbehörden. Diese haben die Steuerbescheide für die Jahre 2000 bis 2004 einer neuerlichen Überprüfung unterzogen und Nachsteuern in der Höhe von 109 Millionen US-Dollar verlangt, zuzüglich einer Strafe in der Höhe von 75 Prozent oder 82 Millionen US-Dollar. Anfang 2008 hat Transocean Einspruch gegen den Entscheid erhoben, das Verfahren ist noch hängig. Die aufgelaufenen Zinsen für die Nachsteuern plus Strafe haben per Ende 2011 150 Millionen Dollar betragen, heisst es weiter.

(chb/laf/awp)