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Abschreiber
Transocean mit Verlust im ersten Quartal

Logo von Transocean: Der Konzern sieht sich gut positioniert. Keystone

Der weltweit grösste Vermieter von Bohrinseln hat in den ersten Monaten des laufenden Jahres die Erwartungen der Analysten beim Ergebnis klar verfehlt. Hohe Abschreiber drückten auf die Zahlen.

Veröffentlicht am 07.05.2015

Transocean hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2015 nach erneut hohen Wertberichtigungen einen Verlust erlitten. Unter dem Strich ergab sich ein Ebit-Verlust von 321 Millionen Dollar und ein Reinverlust nach Minderheiten von 483 Millionen Dollar. Dies nach 672 Millionen Dollar Ebit bzw. 456 Millionen Dollar Reingewinn im Vorjahr. Im Vorquartal hatte Transocean nach milliardenschweren Abschreibungen bereits einen Ebit-Verlust von 647 Millionen Dollar und einen Reinverlust von 739 Millionen Dollar erlitten.

Besonders Abschreibungen auf die «Deepwater Floater»-Bohranlagen in der Höhe von 481 Millionen Dollar und Abschreibungen auf Anlagen, die zum Verkauf stehen, in der Höhe von 393 Millionen Dollar haben zur Belastung beigetragen. Insgesamt verbuchte Transocean für das erste Quartal Verluste aus Wertminderungen in der Höhe von insgesamt 936 Millionen Dollar.

Reduzierte Aktivität der Bohranlagen

Mit den Zahlen hat Transocean die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) beim operativen Ergebnis klar verfehlt. Diese rechneten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 1,98 Milliarden und einem Ebit von 286 Millionen Dollar.

Die Erlöse kamen bei 2,04 Milliarden nach 2,34 Milliarden Dollar im Vorjahr zu liegen. Der Rückgang sei vor allem auf eine reduzierte Aktivität der Bohranlagen sowie auf Verkäufe zurückzuführen, teilte der Vermieter von Offshore-Ölbohranlagen in einer Mitteilung mit. Teilweise konnte dies mit weniger «out-of-service»-Tagen kompensiert werden, wie es hiess.

Leicht gestiegene Flottenauslastung

Die Flottenauslastung lag Ende des Quartals bei 79 Prozent nach 78 Prozent im Vorjahr und 73 Prozent im Vorquartal. Die Umsatzeffizienz - das Verhältnis des realisierten zum maximal möglichen Umsatz - der Schiffe und Plattformen stieg bei einer schlechteren durchschnittlichen Tagesrate von 398'300 Dollar nach 406'400 Dollar im vierten Quartal 2014 auf 95,9 Prozent nach 95,3 Prozent. Der Auftragsbestand betrug per 16. April 19,9 Milliarden Dollar; per 17. Februar hatte der Auftragsbestand noch 21,2 Milliarden Dollar betragen.

Der Geschäftsaufwand sank auf 1,42 Milliarden nach 1,60 Milliarden Dolalr im Vorjahr, was der Konzern unter anderem mit Initiativen zur Kostenreduzierung sowie einer Optimierung der Wartung sowie der «out-of-service»-Kosten erklärt sowie mit Anlagenverkäufen.

Herausforderndes Marktumfeld

Angaben zur Guidance sind der Mitteilung nicht zu entnehmen. Mit den Jahreszahlen hatte der Konzern Ende Februar mitgeteilt, in den kommenden zwölf bis achtzehn Monaten weiterhin mit einem herausfordernden Marktumfeld zu rechnen. Der damalige Interims-CEO Ian Strachan, der im April mit Jeremy Thigpen ersetzt wurde, sah das Unternehmen jedoch gut am Markt positioniert, um diese schwierige Phase zu überstehen.

Transocean werde an der eingeschlagenen Strategie festhalten und sei dafür genügend gut kapitalisiert, hiess es damals. Und: Zudem sei sowohl kurz- als auch mittelfristig die finanzielle Flexibilität gesichert und die Aktionäre sollen auch in Zukunft in den Genuss nachhaltiger Cash-Ausschüttungen kommen.

(awp/dbe/gku)

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