Der Ölbohr-Servicekonzern Transocean reagiert auf Medienberichte, wonach er möglicherweise in eine Korruptionsaffäre in Brasilien verwickelt sein könnte. Man habe kein Fehlverhalten bei Mitarbeitern oder bei mit dem Konzern verbundenen Agenten festgestellt, teilt Transocean am Freitag mit.

In einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg war Transocean im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den brasilianischen Staatskonzern Petrobras genannt worden, wobei sich der Bericht unter anderem auf Aussagen eines Mitarbeiters von Petrobras stützte. Die Anschuldigungen dieses Mannes namens Eduardo Costa Van Musa würden nun untersucht, schreibt Transocean. Die Bemühungen zur Verhinderung von Verletzungen der Corporate Governance oder der Gesetze würden ausserdem fortgesetzt. Man sei auch bereit, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Verworrene Geschichte

Laut Transocean ging es bei den in dieser Woche veröffentlichten Aussagen von Van Musa um einen Vertrag für die Ölbohrplattform Petrobras 10'000. Musa habe ausgesagt, er glaube Zahlungen von jemandem erhalten zu haben, der sich als «commercial representative» von Transocean ausgegeben habe. Van Musa habe aber ebenso versichert, dass solche Zahlungen nicht nötig seien, da Transocean den Auftrag aufgrund des technisch und ökonomisch besten Angebots sowieso erhalten hätte.

Anzeige

Weiter bekannt sich Transocean in der Mitteilung zu einer gesetzestreuen Geschäftsführung mit den «höchsten ethischen Grundsätzen». Die Aktien von Transocean verzeichnen am Freitagnachmittag gegen den starken Gesamttrend ein markantes Minus von 4,6 Prozent.

(awp/gku)