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Regulierung
Transparency: Banken und Versicherungen mit Nachholbedarf

Transparency International gibt Banken und Versicherungen in einer Anti-Korruptionsstudie schlechte Noten. Mit dabei ist die Credit Suisse. Drei andere Schweizer Unternehmen rangieren dagegen über dem

Veröffentlicht am 10.07.2012

Transparency International (TI) hat in einer Studie die Anti-Korruptionsprogramme der 105 grössten Konzerne der Welt verglichen. Dabei kamen die 24 untersuchten Banken und Versicherungen im Schnitt nur auf 4,2 der 10 möglichen Transparenzpunkte. Die Berichterstattung sei in allen Bereichen unterdurchschnittlich transparent, schreibt die Organisation.

Von den vier untersuchten Schweizer Unternehmen schnitt ebenfalls eine Bank am schlechtesten ab: Credit Suisse erreichte mit 5,1 Punkten Rang 44. Als beste Schweizer Firma rangiert Novartis mit 6,5 Punkten auf Rang 12. Roche liegt mit 5,9 Punkten auf Rang 31, Nestlé erreichte mit ebenfalls 5,9 Punkten Rang 34.

Lücke bei länderbezogenen Informationen

Drei der Schweizer Unternehmen lägen bei der Veröffentlichung der Informationen über die Anti-Korruptionsprogramme über dem Durchschnitt, teilte TI mit. «Dennoch könnten sich die Unternehmen auch hier verbessern», hiess es weiter.

Ausserdem habe eine Studie von TI und Ethos aus dem Jahr 2011 gezeigt, dass die veröffentlichten Informationen in der Regel nicht ausreichten, «um Korruptionsrisiken und mögliche Gegenmassnahmen zu beurteilen».

Die Schweizer Unternehmen informieren gemäss der Studie gut über ihre Organisationsstruktur. Die Berichterstattung zu länderbezogenen Informationen sei aber lückenhaft, kritisiert TI. Dieses sogenannte Country-by-country Reporting würde ersichtlich machen, in welchen Ländern wie viel Umsatz erzielt, Steuern gezahlt und Gewinne erwirtschaftet werden.

Globale Herausforderung

Weltweit sieht die Antikorruptionsorganisation beim Engagement grosser internationaler Konzerne gegen Korruption weiter Defizite. Die Bekämpfung der Korruption bleibe eine globale Herausforderung für Regierungen und Konzerne.

«Multinationale Unternehmen bleiben ein zentraler Bestandteil des weltweiten Korruptionsproblems», sagte der geschäftsführende Direktor von Transparency International, Cobus de Swardt. Die Studie bescheinigt den Konzernen aber generell Fortschritte.

Spitzenreiter Statoil aus Norwegen

Der Gewinner des Rankings, der norwegische Ölkonzern Statoil, holte 8,3 von 10 möglichen Punkten. Statoil veröffentliche wichtige Informationen über seine Antikorruption-Programme sowie seine Steuerzahlungen und Gewinne auf Länderbasis, hiess es zur Begründung.

Nummer 2 und 3 des Rankings sind die britisch-australischen Rohstoffkonzerne Rio Tinto und BHP Billiton, vor dem im Luxemburg registrierten weltgrössten Stahlunternehmen Stahlkonzern Arcelor Mittal.

Schlusslicht Bank of China

Auf Platz 5 folgt der britische Öl- und Gaskonzern BG Group, Nr. 6 ist die ebenfalls britische Grossbank HSBC Holdings. Schlusslicht der Rangliste ist die Bank of China, die auf einen Wert von 1,1 Transparenzpunkten kommt.

Die Bewertung basiert laut TI auf öffentlich zugänglichen Informationen der 105 Aktiengesellschaften zu ihren Antikorruptions-Programmen, zur Unternehmensstruktur sowie auf der Ebene der Länder, in denen sie tätig sind.

(sda/awp/aho/tno/chb)

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