Fast so überraschend wie die Absetzung von Armin Meier (49) als Konzernchef bei Kuoni Reisen vor sechs Monaten kommt seine neue Anstellung – er wird Chief Commercial Officer (CCO) bei Travelport GDS: Mit den Marken Galileo und Worldspan ein führender Anbieter von globalen Distributionssystemen (GDS) für die Reisebranche. «Der Job passt perfekt zu mir. Ich kann mein Know-how aus der Technologie sowie dem Tourismus einbringen – das sind meine Kernkompetenzen», sagt Meier gegenüber der «Handelszeitung».

Vor seinem dreijährigen Abstecher in die Reisebranche war er in der Informationstechnologie (IT) tätig: Von 2002 bis 2004 als Direktor Logistik & IT der Migros; von 1998 bis 2001 als CEO der Atraxis, der ehemaligen IT-Tochter der Swissair. «Ich kenne Galileo aus dieser Zeit und wurde wohl nicht zuletzt deshalb von Travelport angefragt.» Swissair war sogar mal an Galileo beteiligt.

Meier fügt hinzu: «Zudem soll ich meine Erfahrungen als CEO eines börsenkotierten Unternehmens einbringen.» Bei Travelport diskutiere man seit geraumer Zeit den Börsengang, doch dafür müsste das Börsenumfeld «freundlicher» werden. Noch sei das Risiko zu hoch. Travelport Ltd., das Mutterhaus von Travelport GDS, gehört drei Private-Equity-Firmen. 2007 erzielte Travelport Ltd. einen Erlös von 2,62 Mrd Dollar (+10%) und einen Ertrag von 688 Mio Dollar (+4%).

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Meier tritt seine Stelle in Teilzeit per 1. Juni an und übernimmt sie in Vollzeit per 1. September. «Nach meinem Ausscheiden bei Kuoni habe ich mir privat einige Dinge vorgenommen, die ich nun auch in die Tat umsetze», erklärt Meier. Momentan bereise er Bangalore (Indien) auf den Spuren des IT-Booms, danach absolviere er eine mehrwöchige Weiterbildung an der Stanford University (USA).

Partnerschaften mit Airlines

Meier, der in der Schweiz angestellt ist, wird am deutschsprachigen Sitz von Galileo in Bassersdorf ein Büro erhalten. «Doch ich soll möglichst schnell anfangen, in der Welt unterwegs zu sein.» Das Hauptquartier von Travelport GDS befindet sich in Langley bei London.

Seine Rolle umschreibt Meier so: «Ich führe und entwickle die Partnerschaften zu Airlines, Hotelketten und Portalen.» Zudem verantwortet er Verkauf und Marketing weltweit. Zu seiner Position als CCO sagt der einstige CEO: «Ich hatte immer Vorgesetzte, früher waren es Verwaltungsräte. Ich geniesse es, nicht mehr an vorderster Front zu stehen.» Er rapportiert an den CEO.

Angesprochen auf seine abrupte Freistellung bei Kuoni hält sich Meier bedeckt. «Die Sache ist passé. Ich kann nur sagen: Ich habe einen Traumjob verloren.»