Ein Ausrüstervertrag bei den zehn Top-Fussball-Vereinen Europas kostet die Sportartikelhersteller durchschnittlich 23,9 Millionen Euro - zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung des Beratungsunternehmens PR Marketing, die dem «Wall Street Journal Deutschland» exklusiv vorliegt.

Ganz vorn in der Rangliste steht Real Madrid, das rund 38 Millionen Euro von Adidas erhält - ohne Erfolgsprämien. «Spielt Madrid eine sehr gute Saison, kann die 40-Millionen-Euro-Marke im Rahmen des bestehenden Vertrages durchbrochen werden», zitiert die Zeitung Studienautor Peter Rohlmann. Eine Adidas-Sprecherin wollte die Summe nicht kommentieren.

Die zehn europäischen Spitzenvereine verkaufen der Erhebnung zufolge gemeinsam 8 Millionen Trikots im Jahr, was sich auf Einnahmen von 480 Millionen Euro summiert. Das Engagement können die Sportartikelhersteller durch die Trikotverkäufe nicht direkt refinanzieren.

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«Vom Ladenpreis, der 60 bis 70 Euro beträgt, verbleiben im Schnitt rund 15 Euro Deckungsbeitrag in der Kasse des Herstellers, der davon noch Verwaltungs- und allgemeine Marketingkosten zu bestreiten hat», sagt Rohlmann. Aber: «Ein Ausrüstervertrag auf höchstem Niveau ist als Marketingausgabe häufig gut investiertes Geld, denn der Sportartikler profitiert von einem hohen Imagegewinn, der die Verkäufe über sein gesamtes Sortiment hinweg befeuert.»

Den Markt beherrschen Nike und Adidas - auch in Sachen weltweite Fussball-Ausrüstung: Auf 4,2 Milliarden Euro beziffert die Studie die weltweiten Grosshandelsumsätze mit fussballbezogenen Artikeln. «Adidas mit 38 Prozent Marktanteil und Nike mit 36 Prozent sind absolut auf Augenhöhe», zitiert die Zeitung Rohlmann. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Puma mit 8 Prozent und Umbro mit 4 Prozent.

(tno)

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